Tragischer F/A-18-Absturz am Susten Das trug David G. bei sich

Dank eines umfangreichen Überlebens-Sets hätte der verunglückte F/A-18-Pilot David G. mehrere Tage in der hochalpinen Region überleben können. Zwei Tage und zwei Nächte hofften Angehörige deshalb auf ein Lebenszeichen des 27-Jährigen. Umsonst, wie seit gestern Morgen klar ist.

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Am Dienstag fanden Suchtrupps auf über 3000 Metern über Meer das Trümmerfeld der abgestürzten F/A-18. Gestern brachte die gleiche Stelle auch die traurige Gewissheit: Berufspilot David G.* (†27) hat den Crash nicht überlebt. Zwischen Wrackteilen des Fliegers konnte die Leiche zweifelsfrei identifiziert werden.

 

Obwohl der Kampfjet bereits am Montag spurlos verschwunden war, hielt sich bei Angehörigen und der Armee die Hoffnung, den Piloten lebend bergen zu können. Dabei spekulierte man darauf, dass der Pilot den Schleudersitz rechtzeitig aktiviert hatte.

«Der Pilot bleibt mit dem Not-Set verbunden»

Die Region am Sustenhorn ist felsig, steil und auch Ende August mancherorts schneebedeckt. In der Nacht fällt das Thermometer schon jetzt auf unter 0 Grad. Ein Überleben wäre aber auch in dieser kargen Landschaft möglich gewesen. Die Schleudersitze in den Kampfjets sind speziell für diese Situationen mit einem «Survival-Paket» ausgestattet.

«Auch wenn der Pilot den Schleudersitz betätigt, bleibt er mit dem Not-Set verbunden», erklärt Berufsfliegerkorps-Chef Felix Stoffel gegenüber BLICK. Einen Teil des Sets würden die Piloten sogar direkt auf sich tragen.

F/A-18-Crash: Das trug der Pilot David G. bei sich play
Felix Stoffel, Chef Berufsfliegerkorps, erklärt das Survival-Paket in den Kampfjet-Schleudersitzen Keystone / Manuel Lopez

Mit dem üblichen Notfall-Paket, welches sich Rekruten und Soldaten jeweils im Dienst zusammenstellen müssen, hat das Set im Kampfjet aber nicht viel gemein. «Im Überlebens-Päckchen enthalten ist beispielsweise ein Gummiboot», sagt Stoffel. «Das mag im ersten Moment komisch klingen für Kampfjets, die über der Schweiz fliegen. Doch das Gummiboot bietet auch bei eisigen Temperaturen beste Isolation und erspart dem Piloten das mühsame Iglubauen.»

Zusätzlich findet sich im Paket Wasser, vakuumverpackte Nahrung, ein Erste-Hilfe-Set sowie Signalisationsmittel wie zum Beispiel Leuchtraketen. «Zusätzlich zu dieser Ausrüstung wird auch die Kleidung der Piloten an die Flugroute angepasst», sagt Felix Stoffel weiter. Auch im August seien Piloten deshalb nicht bloss im Overall unterwegs, sondern durchaus auch für kältere Temperaturen gerüstet.

«Unfallstelle ist nur schwer zugänglich» 

«Mit einer entsprechenden Ausrüstung geht das»

Wie lange ein abgestürzter Pilot mit einem Survival-Paket aus dem Schleudersitz überleben kann, lasse sich schwer sagen, erklärt Stoffel weiter. «Das Wetter spielt in solchen Situationen genauso eine Rolle wie der Gesundheitszustand des Piloten.»

F/A-18-Crash: Das trug der Pilot David G. bei sich play
Am Susten ist die F/A-18 am Montag abgestürzt. Ringier Infographics

Einer, der trotz der kargen Landschaft und des immer wieder umschlagenden Wetters an das Überleben des abgestürzten Piloten geglaubt hat, ist auch Hans-Peter Imboden. Der Walliser verbringt bereits sein drittes Jahr in der SAC-Berghütte Tierbergli. Auf die Absturzstelle angesprochen, stellt er klar: «Das da oben ist nichts für Anfänger. Wir reden hier von hochalpinen Wegen, Kletterbergen und schmalen Graten.»

Obwohl es in der felsigen Gegend ausser ein paar Steinböcken und Hasen kaum Lebewesen gibt, hätte Imboden auch nach mehreren Tagen ein Lebenszeichen des Piloten für möglich gehalten: «Mit einer entsprechenden Ausrüstung und einer Notfall-Ration geht das.» Mit dem Fund der Leiche mussten nun aber auch die letzten Hoffnungen aufgegeben werden.

* Name der Redaktion bekannt

Publiziert am 01.09.2016 | Aktualisiert am 08.09.2016
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23 Kommentare
  • Armin  Bruesch aus Thusis
    02.09.2016
    Wenn man ein Teil der Kommentare lies, dann stellt es die Nackenhaare auf. Niveaulose und beleidigende Kommentare sind hier fehl am Platz.
    Manchmal ist schweigen die Bessere Wahl!!
  • Liz  Marti 01.09.2016
    Finde es tragisch, wie viele hier Ihre unüberlegten Kommentare schreiben. Die, die finden es wäre nicht nötig das Notfall-Paket zu erklären, frag ich mich, warum es gelesen wird und dazu auch noch einen Kommentar abzugeben. Auch ohne diesen schlimmen Unfall interessiert es mich und ich war auch schon an Vorträgen von Piloten dieser Jets. Hier wird erst negativ gelästert und zuletzt im Kommentar dann das Beileid an die Familie, sozusagen als sorry für den Kommentar.....wie schräg ist das denn.
  • luca  italoano aus winterthur
    01.09.2016
    survival paket ?die sollen uns bürger lieber informieren was genau da abgelaufen ist ! werden sie aber nicht !
  • Ernst  Baumann 01.09.2016
    Schade für die Sensations sucher. Der Flieger ist in den Berg geflogen. Dsmi hat es sich. Die Angehörigen und Freunde brsuchen keine weitere Analysen von delbsernannten Experten. An jedem Flugmeeting können sich Interessierte über Schleudersitze und Überlebenskit etc. informieren
  • Silvan  Rohr 01.09.2016
    Da wir einem ja Angst und Bange, wenn so junge Schnufer mit solchen Maschinen fliegen dürfen. Dieser Trachtenverein gehört abgeschafft. Bevor wieder ein junger Bursche sinnlos sein Leben lassen muss.
    Sollten die Russen kommen, werden sie schon vorher von deutschen, italienischen oder französischen Abfangjägern abgeschossen.



    • Erich  Schättin aus Siebnen
      01.09.2016
      Wieder mal ein absolut Geistreicher Kommentar. Haben Sie überhaupt jemals Militärdienst geleistet?? Klar ist es unnötig dass ein AdA sein Leben verliert, aber dies passiert im normalen Arbeitsalltag auch. Sollen wir dies dann auch abschaffen??
    • Marco  Brändli , via Facebook 01.09.2016
      Als wären die Russen die bösen. Und Amerika sind die liebe? Klaaar...
    • Alex  Müller aus Lenzburg
      01.09.2016
      Ein ziemlich kleingeistiger Kommentar. Da spricht lediglich ihre persönliche Abneigung aus Ihnen.
      Ein Land braucht eine Armee und Unfälle passieren nunmal.