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Es sollte eine Stiftung sein, die dem grausamen Tod von Manuela (17) wenigstens ein bisschen Sinn gibt. Eine Stiftung für Vergewaltigungsopfer. Arlette (50) und Hanspeter Riedo (54) aus Hinterkappelen BE gründeten sie im Juli 2009, nachdem ihre Tochter knapp zwei Jahre zuvor als Sprachschülerin in Irland bestialisch ermordet worden war.
Mit an Bord: Der Basler Wirt Brendan McGuinness (53). Er bot sich an, Benefizkonzerte zu organisieren und Spendengelder zu sammeln. Manuelas Mutter Arlette Riedo erklärt: «Wir wollten Mädchen helfen, die in einer ähnlichen Situation wie unsere Tochter waren. Die aber überlebt haben. McGuinness zeigte viel Interesse am Fall. Er lud uns nach Basel ein und schlug vor, gemeinsam die Manuela Riedo Stiftung zu gründen.»
«Er lässt sich verleugnen»
Am Anfang lief alles glatt. McGuinness führte ein erstes Konzert in seiner Basler Bar durch. Die Spendengelder flossen.
Zwei Monate später kommt es zum Bruch: Am 11. September 2009 erhalten die Eltern der ermordeten Manuela ein seltsames SMS vom Pubbesitzer: «I need no help. I fight 4 manuelas rights. But not as a circus.» (Ich brauche keine Hilfe. Ich kämpfe für Manuelas Rechte, aber nicht wie im Zirkus.)
Seither ist McGuinness für die leidgeprüften Eltern nicht mehr erreichbar. «Am Telefon lässt er sich verleugnen, ist für uns einfach nicht mehr zu sprechen. Wir haben x-fach versucht, ihn zu kontaktieren», klagt Arlette Riedo. Die Krux: McGuinness erhält alle Korrespondenz der Manuela Riedo Stiftung, ist Adressat für die Credit Suisse, die das offizielle Konto der Stiftung verwaltet.
Kaum mehr Geld auf dem Konto
«Darum haben wir auch lange nicht gewusst, dass auf dem Konto fast kein Geld ist», sagt Arlette Riedo. Auf dem Spendenkonto befinden sich theoretisch über 300000 Franken, glaubt man früheren Äusserungen McGuinness’ gegenüber den Medien. 70000 Franken aus dem Ticketverkauf vom Benefiz-Konzert im Basler Pub von McGuinness sowie 230000 Franken Sponsoring von einer Brauerei. Plus mehrere 10000 Franken aus dem Getränke-Umsatz.
Aber auf dem Bankkonto liegen am 31.12.2009 jämmerliche 4373.61 Franken. Das zeigt ein Kontoauszug, der BLICK vorliegt.
Die Eltern von Manuela sind machtlos. Obwohl Hanspeter Riedo der Präsident der Stiftung ist und seine Frau Arlette die Vizepräsidentin. Um Brendan McGuinness als Adressat der Bank sowie der Behörden zu löschen, braucht es die Unterschriften aller Stiftungsräte. McGuinness ist einer von ihnen.
«Ich könnte mich ohrfeigen»
Arlette Riedo ist wütend auf McGuinness: «Es ist eine Sauerei, was er macht. Wir sind so enttäuscht von ihm. Wenn er das Geld ausgegeben hat, muss er büssen. Im Nachhinein könnte ich mich ohrfeigen, dass wir diesem Mann so vertraut haben.»
Kurz nach dem Dubliner Prozessurteil gegen den Mörder ihrer Tochter im März 2009 – Gerald Barry (28) erhielt «lebenslänglich» – genoss der Basler Wirt McGuinness noch das volle Vertrauen der Riedos. «Er hat mich oft getröstet», erzählt Arlette Riedo. «Ich konnte ihn sogar um zwei Uhr nachts anrufen.»
Auch gegenüber BLICK will Brendan McGuinness trotz mehreren Anrufen und E-Mails nicht Stellung nehmen.