play
In Handschellen: Am Samstag wurde der Asylbewerber Yosri H. dem Haftrichter in Brugg AG vorgeführt.
(Paolo Foschini)Teure Markenjeans und einen Kapuzenpullover liess Yosri H. mitlaufen. Für das Ramadanfest, erklärt er.
Bewacht von zwei Polizisten, wird der 18-jährige Yosri H.* am Samstagnachmittag in Brugg AG dem Haftrichter vorgeführt. Dem tunesischen Asylbewerber aus Rekingen AG ist das Lachen vergangen. BLICK weiss: Yosri H. wurde am Mittwoch um 19.30 Uhr beim Manor in Winterthur ZH verhaftet! Er klaute dort ein Paar «Tommy Hilfiger»-Jeans im Wert von 149 Franken und einen «Levi’s»-Kapuzenpulli, der 129.90 Franken gekostet hätte.
Dabei hat er nach seiner letzten Verhaftung beharrlich seine Unschuld beteuert. Am 14. Juli hatte er einem Feuerwehrmann im Löscheinsatz das Portemonnaie gestohlen (BLICK berichtete).
«Ich weiss von nichts», erklärte Yosri H. «Ich habe das Geld nicht gestohlen. Würde ich es sonst in meiner Hosentasche aufbewahren?»
Ohne gültige Papiere in die Schweiz gereist
Zu dem Zeitpunkt, so der Vorwurf der Aargauer Behörden, hatte er schon wieder lange Finger. Am 15. Juli soll er einem Mann in Freiburg das iPhone 4S geklaut haben. Zu seiner Verteidigung fiel Yosri H. ein, dass er das Apple-Handy für einen Kollegen zur Reparatur habe bringen wollen.
Nach der Verhaftung in Winterthur gibt Yosri zum ersten Mal einen Diebstahl zu. Ja, er habe die Hosen und den Pulli neben den Manor-Sicherheitsschranken vorbeigetragen. Seine Ausrede: Er habe die Sachen geklaut, damit er für das Fest am Ende des Ramadans neue Kleider habe.
Dabei hätte Yosri H. den Bezirk Zurzach gar nicht mehr verlassen dürfen. Yosri missachtete die Verfügung, die er nicht gegenzeichnen wollte. Er erklärt das so: Er habe einen Termin in Aarau gehabt und mit dem Zug über Baden zurückfahren wollen. Dort habe er zu lange warten müssen. Deshalb habe er über Winterthur heimfahren wollen.
Yosri H. war am 15. Juni ohne gültige Papiere von Italien in die Schweiz gereist. Der Richter hat ihn jetzt für längere Zeit in U-Haft gesteckt. So verlangte es die Staatsanwaltschaft in ihrem Antrag. Sie wirft dem Tunesier rechtswidrige Einreise, mehrfache Missachtung der Eingrenzung und mehrfachen Diebstahl vor. Darauf, so die Behörde, drohen H. 7½ Jahre Höchststrafe.
Das wärs dann wohl für Yosri H., der sich in der «Aargauer Zeitung» als Vorzeigeflüchtling «auf der Suche nach einem besseren Leben» präsentieren durfte. Oder wie der Tunesier sagte: «Ob anständig oder kriminell, das spielt keine Rolle.»
*Name bekannt
Beliebteste Kommentare
Alle Kommentare (18)