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Will Gerichtsentscheid: Dignitas-Gründer Ludwig A. Minelli.
Minelli liess die Bombe bei der SP platzen, als die sozialdemokratische Bundeshausfraktion den Dignitas-Gründer letzte Woche anhörte.
Eigentlich wollten die Parlamentarier seine Haltung zu einem möglichen Sterbehilfegesetz erfahren – Minelli konfrontierte sie aber mit seinen Expansionsplänen: Sterbehilfe für alle.
Nicht nur Schwerkranke sollen die Dienste von Dignitas in Anspruch nehmen dürfen, sondern auch Gesunde. Der Staat solle Dignitas-Ärzten erlauben, den Todes-trunk Natrium-Pentobarbital jedem zu verschreiben, für den ein begleiteter Suizid «gerechtfertigt» erscheine.
Dies geht aus dem Protokoll seines Vortrags hervor, das Minelli nun im Internet veröffentlicht hat. Er listet darin die verschiedenen Fronten auf, an denen Dignitas derzeit auf juristischem Weg kämpft.
Bereits bekannt war, dass Minelli nicht nur körperlich, sondern auch psychisch kranke Mitglieder in den Tod begleiten möchte.
«In absehbarer Zeit» sei aber auch «die Frage der Kompetenz der Ärzte, Natrium-Pentobarbital selbst Gesunden verschreiben zu dürfen», von den Gerichten zu beurteilen.
Damit würde Minelli gleich zwei Probleme auf einen Schlag lösen. Auch den Todestrunk-Rezepten für psychisch Kranke stünde damit nichts mehr im Weg. Bisher waren dafür Sonderlösungen nötig – die umstrittene «Helium-Methode», die Dignitas vier Mal anwandte, braucht kein Arztrezept.
Ludwig A. Minelli selber will BLICK gegenüber nichts sagen: «Wir haben keinerlei Veranlassung, Ihnen irgendwelche Informationen zukommen zu lassen», schreibt er per E-Mail.
Das eigentliche Thema der SP-Bundeshausfraktion – eine mögliche gesetzliche Regelung der Sterbehilfe, wie sie Bundesrätin Eveline Widmer-Schlumpf kürzlich anregte – streifte Ludwig A. Minelli übrigens auch: «Es wäre durchaus richtig, wenn man sich das näher ansehen würde», sagte er den Parlamentariern.