Todes-Drama vor dem Ochsen in Littau LU «Sie wirkten immer wie frisch verliebt»

LITTAU LU - Auf Bekannte wirkte das Ehepaar Brandao wie frisch verliebt. Nun ist die Frau tot – ihr Mann wurde nach seiner Flucht festgenommen

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Fast jeden Abend schlenderten Ana (51) und Ricardo Brandao (57)* gemeinsam durch den Luzerner Stadtteil Littau. «Man sah sie nur Arm in Arm, sie waren wie frisch Verliebte», sagt ein Bekannter. Nie hätten die beiden gestritten. «Sie unternahmen alles gemeinsam, waren unzertrennlich.»

Anteilnahme: Littauer zünden Kerzen beim Tatort Ochsen an. play
Anteilnahme: Littauer zünden Kerzen beim Tatort Ochsen an. Siggi Bucher

Gestern Vormittag endet die scheinbar glückliche Ehe in einem Drama. Blutüberströmt liegt Ana vor dem Restaurant Ochsen. Eine Angestellte der benachbarten Spitex rennt zu ihr, wählt den Notruf und leistet erste Hilfe.

«Vier Beamte konnten ihn überwältigen»

Während die Frau um ihr Leben ringt, ist ihr Mann auf der Flucht. Laut Augenzeugen rennt er zu Fuss den steilen Abhang hinunter in Richtung Bahnhof Littau. Er kommt einige Hundert Meter weit. Doch beim Bahnübergang stellt ihn die Polizei. «Vier Beamte gingen langsam mit vorgehaltener Waffe auf ihn zu und konnten ihn überwältigen.» Der Portugiese, für den die Unschuldsvermutung gilt, wird in Handschellen abgeführt.

Er steht laut Luzerner Kantonspolizei unter Tatverdacht. Spürhunde finden gestern unweit vom Verhaftungsort die mutmassliche Tatwaffe – ein Messer.

Ana hat keine Überlebenschance. «Durch die Einsatzkräfte des Rettungsdienstes konnte nur noch der Tod festgestellt werden», schreibt die Polizei in einer Mitteilung. «Das Opfer wies Schnitt- und Stichverletzungen auf.»

Die Wohunung des Ehepaars bleibt bis auf Weiteres amtlich versiegelt. play
Die Wohunung des Ehepaars bleibt bis auf Weiteres amtlich versiegelt. Siggi Bucher

Freunde legen gestern am Tatort Blumen nieder, zünden Kerzen an. Sie stehen unter Schock. «Die beiden haben sich nie gestritten, hatten keine Probleme. Wir können uns das nicht erklären.» Am schlimmsten sei das Todes-Drama für die beiden Kinder des Ehepaars.

«Es muss etwas Schlimmes vorgefallen sein»

Die gemeinsame Wohnung des Ehepaars liegt nur wenige Hundert Meter vom Tatort entfernt – sie ist durch ein Polizeisiegel gesichert. Auch die Anwohner können nur Gutes über Ricardo und Ana sagen. «Sie arbeitete viele Jahre in einem Altersheim in der Region. Er war Textilverarbeiter. Liess sich aber pensionieren, weil er offenbar Rückenprobleme hatte.» Immer wieder habe Ricardo im Treppenhaus mit ihm geplaudert. «Er war ein herzensguter Mensch. Es muss etwas Schlimmes vorgefallen sein, dass er so reagiert.»

Dem Tod der Frau ging laut Polizei eine Auseinandersetzung voraus. «Der genaue Tatablauf und das Motiv sind Gegenstand der weiteren Ermittlungen», heisst es in der Mitteilung.


Ein Augenzeuge sagt, dass das Ehepaar am Morgen im Ochsen einkehrte – und sich dort ein Streit entwickelte. Die Verantwortlichen des Restaurants verneinen diese Version. Sie wollen sich nicht weiter zum Vorfall äussern.

* Namen geändert

Publiziert am 13.11.2016 | Aktualisiert am 20.01.2017
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12 Kommentare
  • Sonja  Zwicker 14.11.2016
    Ja natürlich, ein Herz und eine Seele - wie frisch verliebt... :-( Und aus heiterem Himmel bringt man jemanden um. So ein Unsinn! Niemand hat etwas von Differenzen mitbekommen, obwohl die lieben Nachbarn bekanntlich immer alles sehen und hören! Auch die Verantwortlichen des Restaurants wollen vom Streit nichts bemerkt haben!? Nur wegsehen und ja nicht versuchen, bei Konflikten evtl. zu vermitteln. Das nennt man wohl Diskretion :-(
  • Steinle  Jeannette 13.11.2016
    Zitat: «Die beiden haben sich nie gestritten, hatten keine Probleme. Wir können uns das nicht erklären.» Man sieht eben nicht ins innere eines Menschen. Es gibt Leute die tuen alles, um die Fassade aufrecht zu halten.
  • tamara  spielhofer aus buochs
    13.11.2016
    Mir tun die Kinder echt leid! Sowas sollte nicht passieren. Wenn man dann so Kommentare wie der von Herr Ottiger liesst, hab ich das gefühl gewisse Menschen haben einen grossen Dachschaden!
  • Pajo  Lujic , via Facebook 13.11.2016
    Ja herr ottiger sehr gute aussage!! Haben sie so etwas auch gedacht nach den morden von rupperswil!!wie kann man nur so etwas schreiben himmel traurig!!
    • Aron  Ottiger 13.11.2016
      25/75 oder 75/25 und von den 25 sind es auch noch einmal 18 Prozent gelle Pajo Lujic ist das bei Dir wo Du herkommst auch so oder sonst wo auf dieser Kugel,kenne keines, sonst lasse ich mich gerne des besseren belehren.
  • Thomas  Zürcher 13.11.2016
    Wir können nicht in die Seele dieses Mannes schauen warum er diese schreckliche Tat begangen hat.Hatten die zwei schon seit längerer Zeit unüberbrückbare Differenzen die sich immer mehr aufgeschaukelt haben und das es jetzt zu dieser Kurzschlussreaktion des Mannes kommen konnte?