Alles ging so schnell. «Ich schaute nach links, nach rechts, wieder nach links. Dann war das Auto ganz plötzlich vor mir», sagt Jean-Pierre Grin (65).
Der tödliche Unfall passiert am Samstagmorgen. Der SVP-Nationalrat und Bauer aus Pomy VD zieht mit seinem Fendt-Traktor einen gefüllten Heulader zurück auf den Hof.
«Ich kenne die Kreuzung. Sie liegt am Dorfrand, ich fahre da fast jeden Tag durch», sagt Grin. «Ich habe ihn einfach nicht gesehen. Er muss aus dem toten Winkel gekommen sein. Der Wegweiser muss ihn verdeckt haben.»
Das Mähwerk, das Grin vorne am Fendt montiert hat, ragt in die Strasse. Erwischt den schwarzen Mercedes-Minivan hinten rechts. Das Auto überschlägt sich, rutscht zehn Meter weit. Bleibt auf dem Dach liegen. Der Lenker, ein Bosnier (48), ist nicht angeschnallt. Schlägt auf dem Asphalt auf.
Grins Hof, gestern gegen Mittag: BLICK klopft beim Politiker an, seine Frau bittet die Besucher in die Stube. Grin ist eben aus Yverdon VD zurückgekehrt. «Ich habe die Angehörigen des Autofahrers besucht. Seine Frau, seine beiden Söhne. Es war sehr emotional. Wahnsinnig traurig. Ich versuchte, der Familie zu erklären, was sich abgespielt hatte. Ich versuchte, ihren Schmerz zu lindern.»
Grin spricht gefasst, bedacht. «Sie machen mir keine Vorwürfe. Der Mann war nicht angegurtet. Sonst wäre er wahrscheinlich noch am Leben.»
Er habe schlecht geschlafen in der Nacht auf gestern, sagt Grin. «Der Unfall beschäftigt mich. Es ist schwierig. Wahrscheinlich wollte es das Schicksal so. Aber ich muss irgendwie in den Alltag zurückfinden.» Dann zeigt der SVP-Nationalrat den Unfall-Mäher. Er hat eine Delle. Erst auf den zweiten Blick sieht man, dass der Lack gelitten hat. Grin hat die Stelle bereits wieder lindgrün übermalt.
«Wissen Sie, schon vor etwa 20 Jahren war ich in einen Unfall verwickelt», sagt er dann. «Ein Kind starb. Ein Sechsjähriges. Ich bin mit meinem Traktor rückwärts gefahren. Es war schwer, das zu verarbeiten. Und jetzt dieser Unfall. Es muss Schicksal gewesen sein.»
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