Die Walliser Rekord-Taucherin Brigitte Lenoir Tod in 147 Meter Tiefe

  • Publiziert: 17.05.2010, Aktualisiert: 19.01.2012
  • Von Gabriela Battaglia

Tauchrekorde waren ihr Leben. Beim Tiefseetraining taucht die 40-jährige Walliserin nicht mehr auf. Das Rote Meer wird ihr Grab.

Brigitte Lenoir hat sich ein ehrgeiziges Ziel gesetzt. Die Mutter eines zehnjährigen Buben aus Monthey VS will im August den Frauenweltrekord im Tiefseetauchen brechen. Am 12. April stellte sie im Genfersee einen Rekord auf: Sie tauchte 154 Meter tief.

Für das Tiefseetraining reist Lenoir an das Rote Meer. Alles ist bestens vorbereitet. «Brigitte und ich wollten zusammen für ihren Weltrekordversuch trainieren», sagt Pascal Bernabé (45). Der Franzose ist selber Weltrekordhalter. Im Juli 2005 tauchte er vor Korsika 330 Meter tief.

Brigitte Lenoir hat sich vorgenommen, im August die Marke von 230 Metern zu schaffen. Auf Twitter und Facebook hält sie ihre Freunde über ihr Training im Roten Meer auf dem Laufenden. «130 Meter in drei Minuten», schreibt die Walliserin am letzten Mittwoch auf Facebook. Sie verlinkt ein Video, das ihren Tauchgang beim Blue Hole vom Vortag zeigt.

Auch am Freitag trainiert Brigitte Lenoir wieder. Zusammen mit Pascal Bernabé und anderen Kollegen taucht sie bei Dahad ins Rote Meer, 200 Meter tief. Dann steigt sie wieder auf. In einer Tiefe von 147 Metern passiert es. «Ich war fast auf gleicher Höhe, als ich sah, wie Brigitte plötzlich wegsackte», sagt Pascal Bernabé zu BLICK.

Der Weltrekordhalter und seine zwei Tauchkollegen tun alles, um Brigitte Lenoir zu retten – vergeblich. «Sie war sofort tot. Wir versuchten, sie an die Wasseroberfläche zu bringen. Doch das Gewicht war zu gross», sagt Bernabé. Der Franzose muss seine Kollegin tot in der Meerestiefe loslassen.

«Brigitte starb wegen eines defekten Sauerstoffventils», sagt Bernabé. «Sie atmete zu viel Sauerstoff ein. Und war sofort tot. So ein Defekt kommt sehr selten vor.»

Die Leiche von Brigitte Lenoir kann nicht mehr aus den Tiefen des Roten Meeres geborgen werden. Familie und Freunde nehmen am Mittwoch an einer Gedenkfeier in der katholischen Kirche von Monthey Abschied von der Rekordjägerin.

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