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Der Delfin Shadow (†8) starb am 8. Dezember im Connyland. Fünf Tage später traf es Chelmers (†30). Die Betreiber glaubten, dass ihre Delfine vergiftet wurden. Tierschützer meinten eine Technoparty im Park habe sie getötet.
Beides ist falsch, wie ein Gutachten des Instituts für Veterinärpathologie der Universität Zürich nun zeigt.
Shadow und Chelmers sind an Gehirnschädigungen gestorben – ausgelöst durch Antibiotika.
Gegen die zwei Tierärzte, die den Delfinen die Antibiotika verabreichten, wurde nun eine Untersuchung eingeleitet, wie die Staatsanwaltschaft Thurgau mitteilt.
Nicht erstaunt über den Befund ist Sigrid Lüber, Präsidentin der Tierschutzorganisation OceanCare. «Schon 2010 starb Cheespa (, die Mutter von Shadow an den Folgen falscher Medikation», sagt Lüber.
Das Weibchen habe mehrere Tage erbrochen und sei dann euthanasiert worden.
Nach ihrem Tod habe OceanCare von einem Experten aus den USA eine Zweitmeinung eingeholt. «Er kam zum Schluss, dass sie mit den falschen Medikamenten behandelt worden war», sagt Lüber.
Diesen und andere Vorwürfe hatte OceanCare in eine Klage gegen das Connyland gepackt, die im Mai 2010 eingereicht wurde. Im November 2011 wurde diese von der Thurgauer Staatsanwaltschaft abgewiesen.
Die Gift-Theorie hielt Lüber von Anfang an für unglaubwürdig. «Das Connyland zeigt schnell mit dem Finger auf andere, um von den eigenen Unzulänglichkeiten abzulenken.»
«Dass keine Vergiftung durch Dritte vorliegt, überrascht mich nicht», sagt auch der Thurgauer Kantonstierarzt Paul Witzig. Er kenne das Ergebnis der Untersuchung aber derzeit noch nicht im Detail.
Seit 2008 sind im Connyland acht Delfine gestorben. Heute schwimmen in den Becken noch drei Meeressäuger.
Rückschlüsse, wonach die anderen Delfine ebenfalls wegen einer Gehirnschädigung verendet seien, hält Paul Witzig für «reine Spekulation» und für «allzu einfach».
Bei den Tieren, die vor Shadow und Chelmers verendet seien, habe es sich um Jungtiere oder relativ alte Delfine gehandelt. Die Mortalität bei jungen Delfinen in Gefangenschaft sei generell hoch.
Tierschutzorganisationen hatten die Delfinhaltung im Connyland heftig kritisiert. Die frühere Nationalrätin Brigitta Gadient (BDP/GR) forderte in einer Motion ein Importverbot für Delfine.
Der Bundesrat lehnt ein solches Verbot ab. Er teilte im Dezember 2011 aber mit, er wolle die Untersuchung zum Tod der zwei Delfine abwarten und prüfen, ob die Regeln bei der Haltung verschärft werden sollten.
Zudem konnte auch die Person ermittelt werden, die gegenüber dem Connyland Drohungen ausgesprochen hatte.
Es handelt sich um eine 28-jährige Einzeltäterin, die in keinerlei Beziehung zum Connyland oder zu Tierschutzorganisationen steht.
Gegen diese Person hat die Staatsanwaltschaft eine Untersuchung wegen Drohung eingeleitet. (sas/SDA)