Radikal-Vegi «Tierleichen beim Essen stören mich»

ZÜRICH – Was geht im Kopf des Mannes vor, der Fleischesser in der Beiz in abgetrennte Bereiche verbannen will? Blick.ch sprach mit dem radikalen Tierschützer Carl Sonnthal (42).

  • Publiziert: 13.08.2009, Aktualisiert: 13.01.2012
  • Von Roman Neumann
play Carl Sonnthal (42) mit «Moby»: Er will Fleischesser im Restaurant nicht mehr sehen. (ZVG)

Blick.ch: Herr Sonnthal, Sie wollen Fleischesser in ein Separée verbannen. Warum?
Carl Sonnthal: Kinder sind zum Beispiel noch nicht in der Lage zu erkennen, dass ihre Mahlzeit mit Gewalt und Tötung zu tun hat.

Sie denken also nur an die Kinder.
Nicht nur. Wer nicht mit geschlossenen Augen durch die Welt geht, weiss: Fleischessen ist schon lange nicht mehr cool. Mehr und mehr Menschen erkennen das und werden Vegetarier oder Veganer. Fleischesser haben eine miese Öko-Bilanz und ein schlechtes Gewissen, Vegetarier und Veganer nehmen Verantwortung wahr und leben auch noch gesünder.

Aber es gibt doch Fleisch, das aus artgerechter Haltung entsteht?
Trotzdem ist es ungerecht den Kindern gegenüber, sie mit etwas zu konfrontieren und zu füttern, was sie freiwillig nicht essen würden, wenn sie den Tathergang kennen würden. Fleisch ist im medizinischen, psychologischen, moralischen und spirituellen Bereich ungesund.

Ich kenne den Tathergang, aber einem Schnitzel zu widerstehen fällt mir trotzdem schwer. Stört Sie das, wenn ich es am Nebentisch verspeise?
Ich kann Ihnen sagen, dass ich es sehr störend finde, überall auf diese Tierleichen zu stossen. Ganz besonders in den Restaurants und Supermärkten. Man ist, was man isst.

An wen haben Sie eigentlich diesen Brief mit Ihrer Forderung geschrieben?
Der Brief ist zum Download bereitgestellt, das kann ich also nicht verfolgen. Ich selber bin immer noch mit den Lebensmittelketten Migros und Coop beschäftigt, von welchen es auch schon Rückmeldungen gab. Von GastroSuisse kam keine Antwort.

Die werden keine Freude an der Forderung haben. Sie machen das Ganze aber vor allem dem Tierschutz zuliebe, oder?
Heute werden im grossen Stil aus Kadavern «Lebensmittel» gemacht, welche die Menschen krank machen. Gleichzeitig werden bei widerwärtigsten Tierversuchen Gifte eingesetzt, um diese Krankheiten anschliessend mit dosierten synthetischen chemischen Toxinen am Menschen zu bekämpfen.

Stichwort Tierversuche: Sie haben auf Ihrer Homepage für die Tier-Terroristen, die Daniel Vasella attackieren, eine gewisse Verständnis gezeigt. Ist die Gewalt das letzte Mittel der Tierschützer?
Das kann man so nicht beantworten. War es richtig, dass man Gewalt angewendet hat, um Saddam Hussein oder andere Terroristen zu entfernen? Tierversuche sind Terror und Herr Vasella ist für die Reaktionen auf seine Taten selber verantwortlich.

Der Tierschutz hat aber terroristische Züge angenommen.
Die Geschichte zeigt, dass es ohne Gewalt oft keine grossen Veränderungen gegeben hat. Ich persönlich empfehle aber den Weg der Gewaltlosigkeit!

Zurück zu ihrem Fleischfresser-Separée. Wenn Ihre Idee umgesetzt wird: Wie gehen dann ein Raucher, ein Nichtraucher, ein Fleischesser und ein Vegetarier miteinander essen?
Ganz einfach: Alle gehen mit dem nichtrauchenden Vegetarier essen und tun sich, den Tieren, dem Klima etwas Gutes.

Mit seiner Homepage tierschutznews.ch setzt sich Tierschützer Carl Sonnthal (42) für den Tierschutz und Vegetarismus ein. Ausserdem ist auf seiner Seite fleischverbot.info eine Petition für das Verbot von Fleisch aufgeschaltet, sowie die Briefe an die Restaurants, Kindergärte, Lebensmittelläden und Kantinen zum Download bereitgestellt.
play Auch in den Lebensmittelläden will Carl Sonnthal abgetrennte Bereiche für die «Kadaver». (AP)

Top 3

1 Drei Tote im Kandertal Heli touchierte Drahtseilbullet
2 BLICK zitiert den Luzerner Staatsanwalt «Die kaltblütigste IV-Betrügerin!»bullet
3 Die niedergeschossene Spar-Filialleiterin «Es ist ein Wunder, dass...bullet

Schweiz