Tiefer Milchpreis, Bauernsterben Immer weniger Milchkühe grasen auf den Wiesen

BERN - In der Schweiz gab es noch nie so wenige Milchkühe wie heute. Dass in der Schweiz deshalb die Milch ausgeht, ist aber nicht zu erwarten.

  play
In der Schweiz gibt es immer weniger Milchkühe (Archiv). Anton J. Geisser

Aktuell auf Blick.ch

Top 3

1 Nach Facebook-Aufruf zum Geburtstag 31 Kisten Post für behinderte Denise
2 Hakenkreuz und Hitlergruss Nazi-Schande auf dem Waffenplatz
3 Wildwest beim «Saloon» in Wetzikon ZH Polizist springt auf Fluchtauto

Schweiz

Immer informiert - Abonnieren Sie den Blick-Newsletter!
Bitte geben Sie eine gültige E-Mail-Adresse ein.
Schön, dass wir Ihnen unsere BLICK News des Tages senden dürfen. Möchten Sie zusätzlich den BLICK Sport Newsletter erhalten?
teilen
teilen
5 shares
7 Kommentare
Fehler
Melden

Knapp 566'000 Milchkühe haben im Oktober 2016 auf den Schweizer Wiesen gegrast. Ihre Anzahl hat insgesamt in den letzten Jahren kontinuierlich abgenommen. Im Jahr 2009 wurden noch über 600'000 Milchkühe gezählt.

Die Anzahl der Milchkühe im Jahr 2016 stellt ein Rekordtief dar, wie der Landwirtschaftliche Dienst (LID) unter Berufung auf die Tierverkehrsdatenbank (TVD) mitteilte.

Gründe schwierig zu erfassen

Seit Ende der 1980er Jahre, als Rinder, die für die Milchwirtschaft gehalten werden, spezifisch als Milchkühe erfasst werden, wurden nie weniger Milchkühe gezählt aus heute. Dies bestätigte Reto Burkhardt von den Schweizer Milchproduzenten (SMP) auf Anfrage.

Die Gründe für den Rückgang seien schwierig zu erfassen, sagte Burkhardt dem LID. Möglich sei, dass einige Produzenten wegen der tiefen Milchpreise die Tiere früher schlachten würden.

Wie dem Geschäftsbericht der SMP aus dem Jahr 2015 zu entnehmen ist, war der vom SMP definierte Standard-Produzentenpreis für Molkereimilch Ende 2015 so tief wie zuletzt Mitte der 1960er Jahre.

Weniger Bauernhöfe

Auch dass die Anzahl der Bauernhöfe abnehme, könne zur Folge haben, dass es weniger Milchkühe gäbe, sagte Burkhardt.

Wie der Informationsdienst anfangs Woche informierte, hat die Anzahl der Bauernhöfe seit 1996 von 79'479 Höfen um 33 Prozent auf 53'232 Betriebe im Jahr 2015 abgenommen. Allerdings sind die Höfe grösser geworden: zwischen 2000 und 2011 sind die Betriebe von durchschnittlich 15,2 auf 18,3 Hektaren gewachsen.

Kein Engpass

Dass der Schweiz nun wegen der geringeren Anzahl von Milchkühen die Milch ausgeht, muss gemäss Burkhardt nicht befürchtet werden.

Die grösseren Betriebe würden mehr Milch liefern, da sie sehr professionell arbeiteten. Auch die Genetik der Tiere sei besser geworden, weshalb die Milchmenge trotz weniger Tieren nicht abnehmen werde. (bau/SDA)

Publiziert am 26.11.2016 | Aktualisiert am 26.11.2016
teilen
teilen
5 shares
7 Kommentare
Fehler
Melden

TOP-VIDEOS

7 Kommentare
  • Jürg  Brechbühl aus Eggiwil
    26.11.2016
    Kühe grasen auf der Weide. Wiesen werden gemäht, entweder für Frischfutter oder für Heu. Wenn es eine Wiese ist, dann hat es mit absoluter Sicherheit keine Kühe darauf.
  • Lilian  Hug 26.11.2016
    Die Grossen kriegen zu viel und die Kleinen zu wenig. Ist doch überall so und die Politik sieht nach wie vor keinen Handlungsbedarf. Bzw. scheint damit beschäftigt zu sein die Grosskonzerne "bei Laune" zu halten. Ich jedenfalls, kaufe seit Jahren beim kleinen Bauern von nebenan, unterstütze wenn immer möglich, die heimische Produktion. Vielleicht kommen ja mal andere Zeiten,wo wir froh sein könnten gäbe es den Kleinbauern ums Eck noch.
  • Annemarie   Setz 26.11.2016
    Wenn einer schreibt "weiter so", kann ich da gar nicht mithalten. Die Bauernschaft ist und bleibt wichtig für unser Land, unsere Milchkühe auch. Gerade im Kanton Zug fahren die teuersten Autos mit schlimmsten Ausstoss täglich herum, nur um ein paar Joghurts zu kaufen oderdie Kinder zur Schule zu bringen, brauchen sie die Damen.
    Auch warnte an einer Veranstaltung in Cham- wie zu lesen war - ein "Professor" vor ungesunder Milch... Lieber Fertigprodukte kaufen, vegan leben und den Bauern schaden?
  • Walter  S. aus Zug
    26.11.2016
    was auch sehr gut ist für den CO2 Ausstoss! Vom Butterberg, Milchschwemme usw. gar nicht zu sprechen...weiter in diese Richtung!
  • Walter  Krebs 26.11.2016
    Bauernsterben: Wir gibt hier Milch, die Kühe oder die Bauern? Also müssten doch die Kühe und nicht die Bauern sterben. Auch die Bauernbrat-Würste müssen verboten werden, sonst haben wir plötzlich überhaupt keine Bauern mehr. Es ist doch unfair immer die Bauern anzugreifen.
    W. Krebs, Bern