Steuer-Spione Tessiner rufen Merz zu Hilfe

LUGANO - Der italienische Finanzminister Tremonti will den Bankenplatz Lugano mit Big-Brother-Methoden «trocken legen». Jetzt reichts, findet die Tessiner Regierung und verlangt, dass Merz in Rom interveniert.

  • Publiziert: 20.10.2009, Aktualisiert: 14.01.2012

Die Tessiner Kantonsregierung ist «sehr besorgt» über die Auswirkungen der italienischen Steueramnestie im Tessin. In einem Brief bittet sie Bundespräsident und Finanzminister Hans- Rudolf Merz darum, in Rom energisch zu intervenieren.

Arbeitsplätze gefährdet

Wegen der aktuellen Wirtschaftskrise und der Medienkampagne in Italien gegen das Schweizer Bankgeheimnis seien die Effekte der dritten italienischen Steueramnestie viel stärker spürbar als in der Vergangenheit, heisst es in dem Schreiben. Zahlreiche Arbeitsplätze seien gefährdet.

«Wir verlangen deshalb eine klare und entschlossene Intervention der Bundesbehörden gegenüber der italienischen Regierung», schreibt die Tessiner Exekutive in ihrem Brief.

Big-Brother-Methoden

Die Tessiner stören sich am aggressiven Vorgehen, mit denen die italienischen Behörden Jagd auf Steuersünder machen: Versteckte Kameras an den Grenzübergängen und zivile Fahnder, die in der Schweiz italienischen Bankkunden nachspionieren, seien inakzeptabel.

Besonders gross ist der Ärger im Tessin, weil der italienischen Finanz- und Wirtschaftsminister Giulio Tremonti erklärt hatte, sein Ziel sei es, «den Bankenplatz Lugano trockenzulegen».

Die Tessiner Regierung bittet den Bundesrat nun darum, sich für das «Prinzip des freien Kapitalverkehrs» stark zu machen. (SDA/lec)

play Soll den italienischen Finanzminister Tremonti in die Schranken weisen: Bundespräsident Hans-Rudolf Merz. (Keystone)