Tessiner Provokation Sechs Minarette für ein Christkind

  • Aktualisiert am 03.01.2012
Der kleine Jesus kriegt ein paar Minarette zur Seite gestellt.- AP

BELLINZONA – Schweizer Moscheen dürfen keine Gebetstürme mehr haben – für Weihnachtskrippen gilt das nicht: Eine Tessiner Kirche setzt ein Zeichen für die religiöse Toleranz.

Krippenbauer im Tessin pfeifen auf das Minarett-Verbot: In der Kirche Sacro Cuore im Tessiner Hauptort Bellinzona errichteten sie eine Krippe mit sechs rund zwei Meter hohen Gebetstürmen. Das Werk soll zum Nachdenken und zum Dialog anregen.

Zu diesem Zweck wurde auch ein Buch aufgestellt, das Verse zum Thema Wasser aus der Bibel und dem Koran enthält. Der Franziskanermönch Callisto Caldelari, der Pfarrer der Kirche, segnete die Aktion ab.

Es habe kritische Stimmen gegeben von Leuten, die sagten, damit werde der Volkswillen missachtet, sagte Caldelari heute gegenüber der Zeitung «LaRegioneTicino». Der Volkswillen sei jedoch nicht immer ethisch. Bei der Krippe gehe es um Brüderlichkeit und Menschenrechte. (SDA/hhs)

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