Räumfahrzeug schiebt Schnee-Bombe aufs Dach: «Ich dachte, mich trifft der Schlag!»

Wie durch ein Wunder kamen Manuela Ricciadelli (57), Hund Bayron (1) und die zwei Büsis mit dem Schrecken davon.

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Es ist Samstag. Rekord-Schnee im Tessin. Auch in der Via Calchera in Capolago TI am Luganer See fallen dicken Flocken. Idylle 50 Meter unterhalb der A2 Richtung Chiasso - bis das Räumfahrzeug kommt. Was folgt, ist für Familie Ricciadelli eine Katastrophe. 

Der Schneepflug schiebt einen Zweimeterberg von der Fahrbahn auf die Seite. Ein grosser Brocken Schnee kippt über die Brüstung der A2, stürzt wie ein Geschoss in die Tiefe. «Es war die reinste Schneebombe. Sie durchschlug unser Hausdach und begrub den Esstisch», erzählt Manuela Ricciadelli (57) und zeigt auf das gut anderthalb Meter grosse Loch. «Auch die Küche bekam was ab, das Sofa ist dahin. Das ganze Wohnzimmer war voll Schnee, Ziegel, Schutt und Zementstücken. Gott sei Dank ist niemand verletzt.» 

Das Glück im Unglück: Manuela Ricciadelli ist bei der Nachbarin, als das Dach durchschossen wird. Schwager Claudio Stefani (56) wohnt gleich nebenan. Er will Einkaufen gehen. «Ich schloss grad ab, da sah ich einen Schatten über mir. Es folgte ein dumpfer Aufprall. Die Ziegel auf Manus Hausdach sprangen auseinander wie bei einer Explosion. Ich habe sofort Manuelas Mann Antonio gerufen.» Das Ehepaar stürmt ins Haus. «Mir blieb fast das Herz stehen, als ich das Desaster sah», sagt die Hausfrau, «plötzlich klaffte da das Loch im Dach. Ich konnte den Himmel sehen.» Hund Bayron und die zwei Büsis sind im Haus. Manuela macht sich Sorgen. 

«Ich fand Bayron zitternd unter der Garderobe, die Katzen kamen erst am Abend wieder aus ihren Verstecken», sagt Manuela Ricciadelli, «sie waren mit dem Schock davon gekommen.» 

Das Wohnzimmer gleicht heute einer Baustelle. Manuela Ricciadelli kämpft mit den Tränen. «Das muss jemand bezahlen. Ich will, dass das mein Haus wieder so wird wie es vorher war. Mehr nicht.»

Die Verantwortung übernimmt der Kanton. «Wir sind versichert», sagt Giovanni Simona vom Baudepartement dem Nachrichtenportal Ticinonews, «es handelt sich hier um einen Unfall. Da greift die Haftpflicht.» Claudio Stefani und Manuela Ricciadelli sind sicher: «Das Unglück hat der Fahrer des Schneepflugs verbockt. Eindeutig menschliches Versagen.»

Publiziert am 09.03.2016 | Aktualisiert am 16.03.2016
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Wintereinbruch im März Zürich ganz in Weiss

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2 Kommentare
  • William  Quispe aus Bellinzona
    09.03.2016
    Einmal in 10 Jahren Schnee pflügen, da verlernt man so etwas halt. Dabei sollten auf der A2 überall Schilder stehen, welche genaue Angaben darüber machen, wo über den Rand gepflügt werden kann und wo nicht.
  • Thomas  Zürcher 09.03.2016
    ...da kann man nur sagen der wo so etwas macht, hat einen "Dachschaden".