SBB-Mitarbeiter Andrea Grasselli Nudist erregt sich über Exhibitionisten

  • Publiziert: 01.07.2009, Aktualisiert: 19.01.2012
  • Von Myrte Müller
play Andrea Grasselli: «Wir haben den Swingern mit der Polizei gedroht.» (ZVG)

Der Gruppensex an der Melezza empört nicht nur die Anwohner. Jetzt greifen auch die Naturisten ein. FKKler Andrea Grasselli (43): «Die Swinger belästigen uns.»

Am Badestrand von Intragna TI ist Schluss mit den paradiesischen Zeiten für Blüttler. Vor allem für die Exhibitionisten und Swinger unter ihnen. Seit BLICK der ganzen Schweiz Einblick ins frivole Paradies an der Melezza gab, protestieren die Anwohner. Schon fordern Politiker eine Füdli-Polizei.

Dabei hatte doch über all die Jahre niemand etwas gegen die FKKler, die an jedem schönen Wochenende zu Dutzenden an der Sonne brieten.

Wie Andrea Grasselli. Der Übersetzer bei den SBB ist seit 10 Jahren überzeugter Naturist: «Jetzt sollen wir für das schlechte Benehmen irgendwelcher Swinger bezahlen?» Grasselli war im Vorstand der Schweizer Naturisten-Vereinigung ONS und ist Mitglied der italienischen FKK-Organisation «Anita»: «Wir sind keine Sexobjekte. Die Freikörperkultur hat nichts mit Erotik zu tun.»

Seit einigen Jahren tauchten an der Melezza Swinger auf, erzählt Grasselli: «Sie mischen sich unter uns. Doch wir spüren sofort, dass sie keine Naturisten sind. Die haben eine ganz andere Energie.» Er habe das schon vor zwei Jahren erlebt. «Da waren etwa zehn Männer und Frauen. Nackt. Sie verschwanden immer wieder hinter den Felsen und im Wäldchen. Wir haben uns belästigt gefühlt. Und mit der Polizei gedroht.»

Ihm wäre es am liebsten, er und seine Naturisten hätten einen eigenen Platz. «Wir wären auch bereit, ein Grundstück zu kaufen. Doch bis jetzt haben wir nichts gefunden.»

Vielleicht gibt es ja was in Intragna? Der dortige FDP-Bürgermeister Giuseppe Pellanda jedenfalls hätte nichts dagegen. Zu BLICK sagte er: «Ich werde klar abgegrenzte FKK-Gebiete vorschlagen.»

play Andrea ­Grasselli, ­Naturist aus ­Überzeugung. (ZVG)