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Überraschung vor Gericht: «Killer von Losone»: Todesschuss war Versehen

LUGANO – Der Italiener hatte im Tessin einen Türken (30) erschossen und dessen Bruder schwer verletzt. Vor Gericht spricht der Täter jetzt von einem «Unfall».

Aktualisiert um 14:57 | 23.11.2009
Der in Italien unter anderem wegen eines bewaffneten Raubüberfalls verurteilte Angeklagte bestritt eine Tötungsabsicht. Er habe gedacht, dass die Pistole gesichert gewesen sei, sagte der geschiedene Kalabrese am Montag vor Gericht.

Der Tessiner Staatsanwalt Moreno Capella hingegen geht von Vorsätzlichkeit aus. Laut Anklageschrift tauchten der 30-jährige Türke und sein fünf Jahre älterer Bruder am 19. August 2008 um 21.30 Uhr vor dem Wohnhaus des Angeklagten in Losone auf.

Als dieser deren Ankunft bemerkte, holte er eine SIG SAUER P225 aus dem Schrank, kontrollierte, ob die Pistole schussbereit war und versteckte sie in einer Tasche. Anschliessend ging er die Treppe hinunter.

Tödlicher Schuss ins Herz


Beim Eingang zum Wohnhaus zog er die Pistole aus der Tasche und schoss dem 30-Jährigen ins Herz. Anschliessend richtete er die Pistole auf dessen Bruder, den er mit zwei Schüssen schwer verletzte.

Das Todesopfer und der Täter hatten sich gekannt. So hatte der Italiener dem Türken mit Kokain beliefert. Zudem lebte er mit dessen ehemaliger Freundin zusammen.

Späteres Opfer spitalreif geprügelt


Am 13. August 2008 hatte er den Türken zusammen mit einem Komplizen spitalreif geschlagen, um ihm «eine Lektion zu erteilen», wie es in der Anklageschrift heisst.

Der 46-Jährige muss sich daher nicht nur wegen des Tötungsdeliktes, sondern auch noch wegen Körperverletzung verantworten. Das Urteil ist für Freitag vorgesehen.
Das ist der mutmassliche Todesschütze von Losone. (Kapo Tessin)
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Ein Fluchthelfer von Antonio B. hortete dessen Waffenarsenal. (Keystone)
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