Gemeinderat will Nackt-Verbot durchsetzen Jetzt kommt die Füdli-Polizei

  • Publiziert: 30.06.2009, Aktualisiert: 19.01.2012
  • Von Myrte Müller
play Die FKK-Freunde lassen sich vom Protest der Bürger von Intragna nicht beeindrucken. (Ti-Press / Gabriele Putzu)

Die Melezza, der schärfste Fluss der Schweiz: Der BLICK-Bericht sorgt für Aufregung. Jetzt wirds noch schärfer. Die Polizei mischt mit.

Basta füdliblutt! Das 894-Seelen-Dörfchen Intragna TI macht jetzt Jagd auf sündige Nackte. «Mit Polizeipatrouillen und Extrarunden des Sicherheitsdienstes Prosegur», kündigt Bürgermeister Giorgio Pellanda (58) an.

Jahrzehntelang staute sich die Wut. Freikörperkultur schön und gut, heisst es im Ort. Solange sie hinter den grossen Steinen flussaufwärts praktiziert wird, ists o.k. Doch dass immer mehr nackte Männer auch die kleinen Strände am Sportplatz in Kirchennähe bevölkern, ärgert zunehmend vor allem Familien mit Kindern. FKK-Verbotsschilder nützen nichts. Schlimmer: Sie werden sogar abgeschraubt.

Der Gruppensex am Wochenende (im BLICK) lässt den Volkszorn endgültig ausbrechen. Drei etwa sechzigjährige Männer treiben es mit einer Frau – vor den Augen zweier zwölfjähriger Buben.

«Das ist ekelhaft», sagt Bürgermeister Pellanda. Die Mutter der Jungs fotografiert die Schwyer Autokennzeichen der Sexsenioren und gibt sie der Gemeinde.

Pellanda reagiert: «Wir bitten die Kantonspolizei um Hilfe. Die sollen ihre Patrouillen erhöhen. Auch wird es Extrarunden der Prosegur geben. Wer sich obszön benimmt, wird angezeigt. Das gilt auch für die perversen Senioren aus Schwyz. Wir werden herausfinden, wer hinter dem Gruppensex steckt, und sie der Tessiner Staatsanwaltschaft melden.»

«Früher gehörte der Badeplatz den Familien und Touristen. Jetzt geht da kein Mensch mehr hin. Nur noch Nackte. Damit muss nun Schluss sein», schimpft Armando Maggetti. Mit zwei weiteren Gemeinderäten schreibt der Lega-Mann an den Bürgermeister, fordert, dass sich der Ort endlich Respekt verschafft. Auch Eltern reagieren, bombardieren das Municipio mit empörten Anrufen.

Pellanda, Intragnas freisinniger Gemeindepräsident und Grossrat, hat nichts gegen Nudisten: «Wenn sie friedlich in der Sonne liegen, stören sie ja eigentlich nicht. Nur wenn sie sich auffällig benehmen und sich auf anstössige Weise vor Kindern produzieren, dann ist bei mir der Ofen aus. Ich werde im Grossen Rat in einer parlamentarischen Initiative klar abgegrenzte FKK-Gebiete vorschlagen.»