Hitzetod-Verfahren gegen Mutter von Chayenne (†6) eingestellt «Sie hat schon so viel gelitten»

MUZZANO TI - Anja S. (41) hatte ihre Tochter drei Stunden im verschlossenen Auto auf dem Campingplatz von Muzzano TI vergessen.

Aktuell auf Blick.ch

Top 3

1 Diana Lebedewa (19) starb im Luganersee Moskaus Rich Kids trauern um...
2 Opfer in einem illegalen Autorennen? Oligarchen-Tochter ertrinkt im...
3 Nach Autounfall Zwei tote Russen aus Luganersee geborgen

Schweiz

Immer informiert - Abonnieren Sie den Blick-Newsletter!
Bitte geben Sie eine gültige E-Mail-Adresse ein.
Schön, dass wir Ihnen unsere BLICK News des Tages senden dürfen. Möchten Sie zusätzlich den BLICK Sport Newsletter erhalten?
teilen
teilen
9 shares
34 Kommentare
Fehler
Melden

Es war die schrecklichste Tragödie des Sommers. Am 21. Juli 2015 vergisst Anja S. (41) aus Suhl TG ihre kleine Tochter im verschlossenen Van. Es ist brütend heiss an jenem verhängnisvollem Samstag. Chayenne (6) stirbt innert Minuten an Überhitzung.

Erst drei Stunden später wird das tote Kind im Auto gefunden. Verzweifelt zerrt Anja S. ihre leblose Tochter auf den Parkplatz-Asphalt, versucht sie zu reanimieren. Vergebens.

Tod war keine Absicht

Gegen Anja S. beginnt ein Ermittlungsverfahren. Das wurde nun nach Artikel 54 eingestellt. Auch wenn Anja S. die Tötung ihres Kindes verschuldet habe, erklärt Staatsanwältin Fiorenza Bergomi, so sei ihr Verhalten doch ohne jede Absicht gewesen.

«Die Mutter war anhand von falschen Informationen davon ausgegangen, dass ihre Tochter auf dem Camping-Platz spielte», teilt die Tessiner Staatsanwaltschaft in einem Pressecommuniqué mit.

«Unauslöschlicher Schmerz»

Die Mutter sei gestraft genug, meint die Ermittlungsbehörde, «sie wurde durch die direkten Konsequenzen ihrer Unaufmerksamkeit so stark betroffen, dass eine strafrechtliche Verurteilung unangemessen erscheint».

Staatsanwältin Fiorenza Bergomi meint, Anja S. habe schon genug gelitten. «Es steht ausser Zweifel, dass die Mutter des kleinen Mädchen, das sie geboren und aufgezogen hat, aufgrund ihrer Fahrlässigkeit bis heute einen unauslöschlichen Schmerz in sich trägt.»

Publiziert am 15.03.2016 | Aktualisiert am 15.03.2016
teilen
teilen
9 shares
34 Kommentare
Fehler
Melden

34 Kommentare
  • Anna  Rusch 16.03.2016
    Fahrlässige Tötung wird eingestellt, Mafiazugehörigkeit wird eingestellt, Sozialbetrug wird eingestellt, Mord verjährt, Verwahrung wird nicht konsequent umgesetzt oder viel zu wenig, etc....In was für einem Rechtsstaat leben wir eigentlich?!
  • Daniel  Frei 15.03.2016
    Kann mir bitte mal jemand erklären, wie das geht in der Schweiz: Wenn einer zu schnell fährt und niemand Schaden nimmt, dann geht das locker bis Gefängnis. Wenn diese Mutter ihr Kind verrecken lässt, dann macht das nichts.
  • Karl  Müller , via Facebook 15.03.2016
    Unfassbar! Kein Vater wäre ohne Anklage davongekommen! Reiner Frauenbonus vor Gericht. 3 (!) Stunden das Kind im Auto elendiglich sterben lassen. Niemand ist verantwortlich? Was ist mit der Verletzung der Fürsorgepflicht?
    • Jennifer  Davis , via Facebook 15.03.2016
      Doch Karl Müller, die Mutter IST verantwortlich, auch wenn sie vom Gericht nicht bestraft wird.
      Sie wurde von ihrer eigenen Nachlässigkeit und dem damit resultierenden Tod ihrer Tochter lebenslang bestraft!
      Ich denke, diese Mutter wird nie wieder glücklich sein!

      Aber wie sie sagen, ob ein Vater so "glimpflich" davon gekommen wäre vor Gericht, wage ich auch zu bezweifeln!
  • Anna  Rusch 15.03.2016
    Sie hat ihr Kind 3 (!) Std. im Auto bei grosser Hitze vergessen, da fehlen mir als Mutter die Worte. Doch einige Zeit im Blinden- oder Behindertenheim sich zu engagieren, wäre sicher eine wertvolle Arbeit, im Namen des kleinen Mädchens.
    • Silvie  Vetter , via Facebook 15.03.2016
      Noch mehr hilflose Menschen dieser Person aussetzen. Bitte nicht.
  • Ines Maria  Giezendanner aus Viganello
    15.03.2016
    Ein vernünftiger Entscheid des Gerichts. Niemand hat in dieser Sache das Recht, diesen Entscheid zu kritisieren.
    • Michael  Tomov aus Koror
      15.03.2016
      @Giezendanner: Wir haben Meinungsfreiheit und Äusserungsfreiheit in diesem Land, oder wollen Sie jetzt die Zensur einführen. Ich finde den Entscheid gendermotiviert, weil es eine Mutter ist, und ich finde das als Träger eines Anwaltspatents, weiss also, worum es geht bei fahrlässiger Tötung. Ein Mann würde umgehend in den Knast wandern.
    • Hansueli  Magerer aus St. Gallen
      15.03.2016
      Blödsinn! Jeder hat das Recht. Wir leben in einer Demokratie!
    • Sonja  Zwicker 16.03.2016
      Ein solcher Entscheid ist alles andere wie vernünftig! Es stellt sich die Frage, wie oft überliess diese Frau ihre Kinder eigentlich vorher schon sich selbst? Bestimmt war es nicht das erste Mal! Eine gute Mutter lässt ihr 6jähriges Kind niemals DREI Stunden unbeaufsichtigt!!! Dieses Vorgehen ist in jeder Hinsicht absolut unvernünftig, in höchstem Masse verantwortungslos, und auf gar keinen Fall zu entschuldigen!
    • Adrian  Hess aus Aarau
      16.03.2016
      Herr Magerer. Können Sie mir erklären, was Ihr Senf zu einem Gerichtsentscheid mit Ihrem Schweizer Demokratieverständnis gemein hat?