Gutachten zu Horror-Crash am Gotthard Chauffeur bremste erst beim Aufprall

QUINTO TI - Der Unfall auf der A2 löschte im Juli 2016 eine vierköpfige Familie aus Deutschland aus. Jetzt stellt sich heraus: Der Lastwagen krachte ungebremst in den Van.

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Fünf Monate nach dem Horror-Crash von Quinto TI steht fest: Der LKW-Fahrer G. P.* (50) raste ungebremst mit 90 km/h ins Stauende auf der A2. Dort stand der Van einer deutschen Familie aus dem rheinland-pfälzischen Otterberg (D).

Mit Wucht schob der 40-Tönner aus Italien den Ford 24 Meter vor sich her, bis dieser unter einem Granit-Transporter zerquetscht wurde (BLICK berichtete). Zu diesem Ergebnis kommt ein jetzt erstelltes Gutachten, wie die RSI schreibt.

Auto der deutschen Familie war von weitem sichtbar

Damit nicht genug: Das Stauende befand sich auf einem geraden Autobahnstück. Der LKW-Fahrer hätte das Auto der Deutschen bereits aus 400 Metern Entfernung bemerken müssen. Die verheerende Kollision hätte sogar mit einer Bremsung noch 70 Meter vor dem Stauende verhindert werden können.

Doch der Chauffeur trat erst beim Aufprall aufs Bremspedal. Die Tragödie nimmt ihren Lauf: Kurt S. (†43), seine Ehefrau Petra (†43) und die beiden Töchter Luise (†8) und Emely (†12) werden zwischen den Lastwagen förmlich zermalmt. Sie sterben noch vor Ort.

Chauffeur kann sich an nichts erinnern

Die zentralen Frage bleiben unbeantwortet: Wie konnte dieser Horror-Crash passieren? War Chauffeur G. P. aus Madone Bergamo (I) eingeschlafen? Hatte der gebürtige Rumäne Suizidgedanken? War er abgelenkt? Eines ist sicher: Auf die Strasse achtete er nicht. Und er hatte weder Alkohol noch Drogen im Blut.

Antworten auf diese Fragen wird es voraussichtlich keine geben. G. P. wurde beim Unfall selbst schwer verletzt und kann sich an nichts mehr erinnern. «Wenn ich an den Unfall denke, dann ist da ein grosses Loch», sagte der Rumäne den ermittelnden Beamten, als sie ihn zwei Monate nach dem Unfall im Luganeser Spital Civico zum ersten Mal vernehmen konnten.

*Name der Redaktion bekannt

Publiziert am 29.12.2016 | Aktualisiert am 30.12.2016
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  • Fredi  Oberholzer , via Facebook 29.12.2016
    Höchstgeschwindigkeit auf CH Strassen 80km/h ..bekanntlich das 99 Prozent aller Chauffeure schneller als 80zig fahren..der Bremsweg dadurch auch länger wird..!
    • Patrick  Halter , via Facebook 30.12.2016
      Falls Sie den Text auch gelesen haben würden Sie auch wissen, dass der Chauffeur erst nach dem Aufprall gebremst hatt! Somit liegt die Unfallursache nicht bei der Geschwindigkeit sondern beim Chauffeur! (wahrscheinlich Unachtsamkeit oder gesundheitliche Probleme)
      Überigens fahren 90 Prozent der Autos 130-140km/h !!
  • Aegerter   Fritz aus Luzern
    29.12.2016
    Gute Beratung durch Anwalt, und schon hat man gedächnislücken. Funktioniert in der Schweiz immer wieder. Leider.
    • Beat  Schenker aus Lugano
      29.12.2016
      Nehme mal an das als er aus dem Komma Aufwachte es nicht der Anwalt war mit dem er als erstes Sprach.

      Ob das aber irgend welchen Einfluss auf den sicher kommenden Prozess haben wird glaube ich nicht. Was immer er machte Gedächtnisslücke oder nicht, hat er für mehrere hundert Meter nicht auf den Verkehr geachtet.
  • Peter  Hubacher 29.12.2016
    Es spielt doch keine Rolle, was der LKW geladen hatte, Tatsache ist, dass der Fahrer bei optimalen Bedingungen nicht in der Lage war, innerhalb von 400m anzuhalten. Das ist komplettes Versagen und gehört mit aller Konsequenz bestraft. Und vor allem muss endlich mehr kontrolliert werden, solche Individuen gehören nicht auf die Strasse.
  • Roman  Bachmair aus Naters
    29.12.2016
    Statistisch gesehen ist auch mit diesem Unfall im Vergleich zu den blinden Hühnern, welche mit Autos unterwegs sind, immer noch wenig passiert! Also bitte kein Drama daraus machen. Tagtäglich sehe ich da SMS-schreibende Halbschuhe, welche dann entsprechend mit ihrem Auto die Strasse ausmessen.

    Und wenn ich der Chauffeur wäre, würde ich auch auf "grosses Loch" machen, er wäre ja dumm, zuzugeben, unachtsam gewesen zu sein. Das Strafmass wird mit seiner Aussage entsprechend festgesetzt.
  • Sam   Harsch aus Birchwil
    29.12.2016
    Machen wir uns nichs vor. Die schwarzen Löcher nach Unfällen mit solchen Tragweiten haben in der Regel mit juristisch bedingten Amnesien zu tun. Vergleichbar mit der plötzlichen Apnoe von Philipp Müller. Diese Unaufrichtigkeiten dürften allenfalls Richter interessieren, vermutlich weniger die Betroffenen und Hinterbliebenen.