«Die Felsmassen sind wie ein Damoklesschwert, das über dem Dorf schwebt», sagt der Bürgermeister von Preonzo.
Die Narben am Berg sind tief. 300 000 Kubikmeter Gestein sind am Valegion abgebrochen und ins Tal gedonnert. Aus der Luft sieht man grosse Risse im Fels. Zerreisst es den Berg noch mehr?
Fabio Pasinetti, Bürgermeister der Tessiner Gemeinde Preonzo schildert die Gefahr: «Die Situation hat sich ein wenig beruhigt. Zur Ruhe ist der Valegion zwar noch nicht gekommen. Man hört immer wieder Steine ins Tal rollen und man sieht auch noch Staubwolken.»
Aber grössere Abbrüche erwartet der Bürgermeister nicht mehr. Wenigstens nicht für die nächsten Wochen. «300 000 Kubikmeter sind unten. Und gleich viel ist noch oben. Das wird in den kommenden Jahren irgendwann ins Tal rollen. Die Felsmassen sind wie ein Damoklesschwert, das über Preonzo schwebt.»
Die 556 Einwohner sind sich das allerdings gewohnt. Seit dem 16. Jahrhundert hat sich der Berg immer wieder bewegt.
In der Nacht auf Dienstag ist der bisher grösste Erdrutsch gekommen. «Der Kegel ist 200 Meter breit und 1,5 Kilometer lang», sagt Pasinetti.
100 Meter vom Industriegebiet von Preonzo sind die Geröllmassen zum Stillstand gekommen. «Die Kantonsstrasse haben wir mittlerweile wieder für den Verkehr freigeben können. Man sollte allerdings zügig durchfahren und nicht etwa mit dem Auto anhalten, um den Berg anzuschauen», mahnt Bürgermeister Pasinetti.
Am Montag wolle man dann entscheiden, ob man auch das evakuierte Industriegebiet wieder entsperre.
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