Erdrutsch-Opfer im Tessin: Ihre Kinder überlebten nur durch Zufall

DAVESCO - TI - Bei dem Erdrutsch nördlich von Lugano in der Nacht auf gestern verloren zwei Buben ihre Mütter. Dass sie während des Unglücks selber nicht im betroffenen Haus waren, war eine Fügung des Schicksals.

So sieht die Erdrutsch-Stelle aus

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Als in der Nacht auf gestern Sonntag ein Hang in Davesco-Soragno ins Rutschen kam, wurde ein ganzes Haus mitgerissen – zwei Frauen verloren dabei ihr Leben. Monique L.* (†34) und Anna G.* (†38) hinterlassen zwei Buben (7 und 12). Die Kinder wurden selbst nur verschont, weil sie in der verhängnisvollen Nacht bei ihren von den Müttern geschiedenen Vätern zu Besuch waren.

«Er versteht genau, was passiert ist»

«Er hat stundenlang geweint», sagt der Vater des 12-Jährigen zur Tessiner Nachrichtenseite «tio.ch». «Er ist halt schon gross genug, dass er genau versteht, was passiert ist.» Der Zufall habe es so gewollt, dass es ausgerechnet an einem Wochenende passierte, an dem der Bub bei ihm zu Besuch war. «Ansonsten ... ich wage gar nicht daran zu denken.»

Auch der 7-jährige Bub der anderen Familie war offenbar wegen des Besuchsrechts in der Unglücks-Nacht nicht zu Hause. Seine Mutter Monique war allein mit ihrem Freund (44) in der Wohnung, der das Drama schwer verletzt überlebte.

Im Erdgeschoss des dreistöckigen Hauses befanden sich die Büros und Lagerräume einer Firma für Speziallifte und Hebebühnen. Verkaufsberater Filippo Rutishauser: «Wenn es nicht am Wochenende passiert wäre, wäre ich da auch drin gewesen.» Er habe in dem Gebäude alle Ersatzteile und aufbewahrt. Zudem seien seine Computer brandneu gewesen. «Es ist ein enormer Schaden.»

«Ich sah, wie das Haus runterrutschte»

Ein Augenzeuge erzählt gegenüber Radio3i, wie er das Drama miterlebte: «Ich fuhr mit dem Auto runter Richtung Lugano. Vor mir war ein anderer Wagen. Plötzlich wurde alles dunkel, das Auto vor mir kehrte um.» Er selber sei noch etwa 100 Meter weiter gefahren. «Ich sah, wie das Haus runterrutschte. Es war unglaublich.»

Der Autofahrer hörte Schreie. Er habe sofort Polizei und Ambulanz alarmiert. «Zusammen mit dem anderen Autofahrer haben wir erste Hilfe geleistet und eine Person aus den Trümmern gerettet.» Beide hätten grosse Angst gehabt, dass der Hang dabei jeden Moment erneut ins Rutschen geraten könnte. (noo)

*Namen der Redaktion bekannt

Publiziert am 17.11.2014 | Aktualisiert am 17.11.2014
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In dem zerstörten Haus sollen sich acht Personen befunden haben. play
Die Einsatzkräfte am Unglücksort. Rescue Media
Erdrutsch im Tessin Dieses Haus wurde total zerstört

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1 Kommentare
  • Henri  Hess 17.11.2014
    Ich finde es unglaublich, dass dieses Haus nicht evakuiert worden ist, denn es ist sehr steil. Angesichts des Starkregens scheint es klar, dass es abrutscht, zumal nur wenige Tage zuvor nicht weit entfernt ein genau gleiches Unglück passiert ist, aus dem man hätte Lehren ziehen können. Schade hat man nicht mich gefragt, denn ich bin eher vorsichtig. Ich hätte geraten, dort sicherheitshalber auszuziehen, bis wieder die Sonne kommt und alles trocknet.