Terror-Experiment heute Abend auf SRF Die Berner würden das Flugzeug abschiessen

Was heute Abend am Fernsehen gilt, ist auch im Theater die Regel: Am Ende des Stücks «Terror» stimmt das Publikum ab: schuldig oder unschuldig? Nirgendwo war das Urteil bislang so klar wie in Bern.

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Ein Militärpilot schiesst ein entführtes Flugzeug mit 164 Menschen an Bord ab. Damit verhindert er, dass Terroristen die Maschine in eine mit 70'000 Menschen vollbesetzte Sportarena lenken. Ist er schuldig?

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Darf man 164 Menschen töten, um 70'000 zu retten? Um diese Frage dreht sich der heutige Themenabend des SRF zum Gerichts-Thriller «Terror – Ihr Urteil». Beantworten wird sie das Fernsehpublikum gleich selbst (BLICK berichtete). 

Das interaktive TV-Experiment basiert auf dem fiktiven Theaterstück des deutschen Strafverteidigers und Dramatikers Ferdinand von Schirach (52). Und was heute Abend an den Schirmen gilt, ist auch in im Theater die Regel. Am Ende schlüpfen die Zuschauer in die Rolle des Richters und stimmen ab: schuldig oder unschuldig? 

Experiment «Terror»: Berner würden Flugzeug abschiessen play
Das Bühnenstück «Terror» wird weltweit an 54 Theatern aufgeführt. www.terror.theater
Bern weltweiter Spitzenreiter

Seit Schirachs Stück letzten Herbst Premiere hatte, steht es an 54 Theatern auf dem Spielplan. Bis dato haben insgesamt 162'198 Zuschauer abgestimmt, von denen 59,9 Prozent der Verhandlungen mit einem Freispruch endeten.

Verblüffend: Nirgendwo war das Urteil bislang so klar wie in Bern. Bei allen 25 Vorstellungen im August und September entschied das Publikum auf Freispruch des Militärpiloten, der eine Passagiermaschine abschiesst, um zu verhindern, dass diese von Terroristen in eine vollbesetzte Sportarena gelenkt wird. Insgesamt waren 73 Prozent aller Zuschauer dieser Meinung – weltweiter Spitzenwert.

Die genauen Abstimmungsresultate aller Theater werden auf einer eigens dafür eingerichteten Webseite dokumentiert. In anderen Schweizer Städten wird «Terror» ab nächstem Jahr aufgeführt.

Japan als Gegenstück

Das genaue Gegenstück zu Bern ist bislang Japan. Dort gab es bisher vier Vorstellungen an zwei verschiedenen Theatern. Der Tenor ist eindeutig: In Tokyo befanden 66,2 Prozent, in Nishinomiya (Präfektur Hyogo) 58,6 Prozent der Zuschauer den Piloten für schuldig. 

Bestätigen sich die Trends heute im Tele-Voting? Denken Schweizer in dieser Frage anders als die Einwohner anderer Länder? Oder ist alles nur Zufall und eine Frage der Inszenierung am Theater? Antworten gibt es heute Abend. Ab 20 Uhr führt Moderator Jonas Projer auf SRF 2 durch das Programm. BLICK begleitet das Terror-Theater mit einem Live-Ticker. (gr/tri)

Publiziert am 17.10.2016 | Aktualisiert am 18.10.2016
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20 Kommentare
  • Xaver  Perte 17.10.2016
    So ein Witz: Ein Soldat kommt wegen einer DIENSTLICHEN Strafsache vor ein ZIVIL-Gericht, absolut unrealistisch.
    Zudem ist die Frage falsch gestellt. Es geht nicht um 70000 Leben gegen 164 Leben, sondern um 70164 gegen 164 Leben. Auf den ersten Blick kein grosser Unterschied, doch das Todesurteil der 164 Opfer im Flugzeug war längst gefällt worden. Und zwar von den Terroristen, nicht vom Angeklagten. Deshalb klar unschuldig.
    • Lars  Künzler 17.10.2016
      Da muss ich Ihnen recht geben. Nur leider gibts in Deutschland kein Militärgericht. Dort werden schwere Dienstvergehen von zivilen Strafgerichten verhandelt.
      Ob das so gut ist, wenn die Bundeswehr kein eigenes Gericht hat sei dahingestellt.
  • Franz  Rutishauser , via Facebook 17.10.2016
    @Pacal Müller, Ihre Frage ist überflüssig da diese eine Person so oder so sterben wird also würde ich den Zug umleiten damit wenigstens 3 Personen weiterleben können. Und einen eingesperrten Piloten kann man heute nicht mehr überwältigen (siehe Germanwings).
    @Marc Haller, Heut zutage kann (und soll) einen Soldaten das Recht haben eine (Fehl) Entscheidung / Einschätzung von seinem Vorgesetzten zu hinterfragen, wir leben nicht mehr zu Zeiten des 2en Weltkrieges (Befehl ist Befehl).
  • Boris  Kerzenmacher 17.10.2016
    2)
    Alle alternativen Verhaltensweisen sind rein virtueller Natur, denn es gibt nur eine Realität. Niemand weiss, was tatsächlich passiert wäre, wenn er sich anders entschieden hätte. Die Beurteilung basiert nur auf Wahrscheinlichkeiten und, was noch bedenklicher ist, auf der Plausibilität von Narrativen.
  • Boris  Kerzenmacher 17.10.2016
    1)
    Interessante Sendung, weniger wegen der klassischen Dilemma-Situation, sondern sie thematisiert den illusionären Charakter vieler Entscheidungen. Natürlich kann und muss man ein Verhalten, wie das des Majors ethisch und auch juristisch beurteilen, nur darf man nicht zwei Perspektiven verwechseln: die Entscheidungssituation des Majors und die Entschiedungssituation im Gerichtssaal. Die Illusion beginnt, wo ignoriert wird, dass es kein Nicht-Verhalten gibt.
  • Gottfried  Balzli 17.10.2016
    Diese Frage stellt sich in der Schweiz ohnehin nicht, denn wir haben kein Stadion, das 70000 Personen fasst, und wenn wir eines hätten, wäre dieses mindestens zur Hälfte leer. Im übrigen ist das Ganze sehr geschmacklos.