Tausende Pakete verloren Hat die Post ein Sicherheitsproblem?

Bei der Schweizerischen Post scheint es, als gäbe es ein grösseres Sicherheitsproblem: Gleich lastwagenweise verschwanden letztes Jahr Sendungen.

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Die Post erhielt im vergangenen Jahr ganze 200'000 Kundenreklamationen – 2,5 Prozent mehr als im Vorjahr. Der Hauptgrund: Verloren gegangene Pakete und Briefe.

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Weihnachtszeit ist Päcklizeit. Millionen von Menschen bestellen ihre Geschenke im Internet oder versenden sie, damit sie auch rechtzeitig bei ihren Liebsten zu Hause unter dem Tannenbaum liegen. Das Adventgeschäft ist für die Post das Geschäft des Jahres. Theoretisch.

Denn, wie die «Schweiz am Sonntag» heute schreibt, erhielt die Post im vergangenen Jahr ganze 200'000 Kundenreklamationen – 2,5 Prozent mehr als im Vorjahr. Der häufigste Beschwerdegrund: Verloren gegangene Pakete und Briefe.

Chauffeur vor Gericht

Morgen Montag, so schreibt die Zeitung, steht vor dem Bundesstrafgericht ein Chaffeur (46), der sich dafür verantworten muss, 1500 Pakete und Briefe gestohlen zu haben. Der Mann soll für die Transportfirma Meier Cargo AG gearbeitet haben. Zuständig war er für die Tour in Uster ZH und die Nachttour von Zürich ins Glarnerland. Während eines Jahres habe er einzelne Pakete und Briefe in seiner Führerkabine versteckt, um diese später nach Hause zu nehmen. Seine Beute: Weihnachtskarten, Reisepässe und Geld. Viel Geld.

Dieses werde vor allem in kleineren Briefen versandt. Demgegenüber hatten die meisten von ihm gestohlenen Pakete eher einen persönlichen, für den Empfänger vorgesehenen, Wert.

Unter Anderem sackte der Chauffeur aber auch zwei Eheringe ein. Er verkaufte diese einem Zürcher Goldhändler für 1100 Franken. Auch eine Postcard samt PIN-Code, mit der er 400 Franken abhob, Reka-Checks, mit denen er sein Auto tankte, und zahlreiche Banknoten, mit denen er sich Esswaren kaufte, gehörten zu seinem Sammelsurium. Insgesamt hatte die Ware einen Wert von 70'000 Franken.

Der Mann ist geständig. Er habe aus Geldnot gehandelt, sagt er.

Post hat keine Erklärung

Die Post ist derweil ratlos. Sprecher Oliver Flüeler sagt zur «Schweiz am Sonntag»: «Dass ein Transporteur die Produkte stiehlt, die er eigentlich als vertraulicher Mitarbeiter seines Transportunternehmens im Kundenauftrag fahren sollte, ist gemäss meiner über zehnjährigen Erfahrung bei der Post ein Einzelfall.»

Klar aber ist: Der Zürcher Chauffeur ist kein Einzelfall. Vor einem Monat erhob die St. Galler Staatsanwaltschaft ebenfalls Anklage gegen einen Chauffeur (53). Auch er hat sich Waren im Wert von über 50'000 Franken zusammengeklaut.

Und auch vor dem Zürcher Obergericht stand diese Woche ein Paketbote, der Rubbellose im Wert von 90'000 Franken gestohlen haben soll. (stj)

Publiziert am 11.12.2016 | Aktualisiert am 11.12.2016
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41 Kommentare
  • Rolf  Wittwer 12.12.2016
    Wäre interessant zu erfahren, ob und falls, für welche Sprachen Dolmetscher für die hängigen Gerichtsverfahren bestellt werden. Da in der Schweiz etwa ein Drittel Nichtautochthone sind, wäre die Möglichkeit unter Umständen evt. eben doch gegeben, dass die sich unbefugt Bereichernden sich als Nichtschweizer in der Langfingerzunft recht wohl gefühlt haben müssen...
    Gewiss sind da jeweils noch mehrere unterwegs.
  • Andreas  Krügel aus Willisau
    11.12.2016
    Die PTT war mal ein guter Betrieb und Arbeitsgeber. Leider ist es jetzt so das wir die Untere schicht zu einem ganz miserablen Lohn schuften müssen und die Chefetage mit Ihren Supergehälter wissen nicht wie schwer es ist über die runden zu kommen. Klar ist es eine schande das bei so einem Unternehmen gestohlen wird.Es wäre schön , wenn die Löhne Angepasst würden somit der kleine Mann auch leben kann.
  • H.  W. 11.12.2016
    Paket mit etwas über 2 kg als A-Paket aufgegeben. Wenige Stunden später im Paketzentrum mit einem Gewichtsverlust über 1/4 gescannt und 5 Tage später zugestellt. Teilinhalt fehlte und Paket neu verklebt. Gemäss Post sei nich erklärbar, wieso das Paket 5 Tage verspätet ankam. Zum fehlenden Inhalt wurde angegeben, dass lediglich die Waage beim Paketzentrum kurzzeitig defekt war und daher der Gewichtsverlust in der Sendungsverfolgung angegeben wurde. Es wird einfach zurechgebogen
  • Markus  Baumann aus Pfäffikon
    11.12.2016
    Aus dem Paket gestohlen
    Ich habe mir aus dem Ausland etwas schicken lassen. Das Paket wurde irgendwo geöffnet, vielleicht am Zoll, der wertvolle Teil daraus entwendet und das Paket wieder zugeklebt. Von aussen war dem Paket nichts anzusehen. Durch die Zollformulare wusste der Täter aber genau, was im Paket drin war. Die Schweizer Post fühlt sich nicht zuständig und hat mich an das Versandhaus verwiesen. Der Witz ist, dass ich für das Paket trotzdem 45 Fr. Zoll bezahlt habe.
  • Daniel  Amsler 11.12.2016
    Ich konnte ein Paket verfolgen bis zur Zustellung leider nur nicht bei mir.
    Auf Anfrage bei der Post hiss es nur der Absender müsse einen Suchauftrag geben. Die Post hat es fehlgeleitet oder wie auch immer... schuld sind sie nicht. Na ja jetzt hat vielleicht ein Anderer Freude an meiner Bestellung.