Tatort Hägendorf SO «Herr K. fragte mich nach Dessous-Fotos!»

HÄGENDORF SO - Die ganze Schweiz rätselt: Was hat sich zwischen dem fristlos entlassenen Sozialamtsmitarbeiter von Hägendorf und mehreren seiner Klientinnen alles abgespielt? Jetzt erzählt das mutmassliche Opfer Anna-Maria D. (56) gegenüber BLICK, was M. K. (52) genau für eine Masche abgezogen haben soll.

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Er soll seine Funktion perfide missbraucht haben. Doch was hat der in Hägendorf SO fristlos entlassene Sozialamts-Mitarbeiter M. K.* (52) seinen Klientinnen wirklich versprochen? Im BLICK spricht jetzt ein Opfer erstmals über die perfide Masche mit dem Sex.

Anna-Maria D.* (56) hat zwei Ehen hinter sich, zwei Kinder jahrelang ­allein grossgezogen. Im Mai 2015 zog sie nach Kappel SO. Als ihre Frauen-Alimente wegfallen und sie als Verkäuferin keine Arbeit mehr findet, muss sie sich eine neue Wohnung suchen. Im August 2015 wendet sie sich in ihrer Not an das Sozialamt. Sie sagt heute: «Dafür habe ich mich sowieso schon geschämt.»

Bei der Sozialregion Untergäu SRU wird sie M. K. zugewiesen. Beim ersten Termin fragt sie ihn, ob ihre Wohnungsmiete von 1230 Franken nicht zu hoch sei. «Er meinte lächelnd, das sei kein Problem. Er sei der Chef», so Anna-Maria D. Dann soll es passiert sein: Als M. K. am PC ihre Daten eingibt, dreht er sich immer wieder zu seiner Klientin. Sagt dann: «Ich kann nicht aufhören, Sie anzuschauen. Sie sehen sexy aus, da wächst etwas in meiner Hose.»

Anna-Maria D. erschrickt und denkt sich: Was will der von mir? Sie sieht ein Familienfoto auf M. K.’s Arbeitstisch. «Ich wusste nicht, was ich davon halten sollte. Meinte er das etwa ernst?» Der Sozialamts-Mitarbeiter macht ihr Hoffnung, verspricht einen Kurs beim Schweizerischen Roten Kreuz, womit seine Klientin später bei der Spitex eine Chance auf einen Job habe.

Zur Kollegin abgeschoben

Noch in derselben Woche muss Anna-Maria D. wegen Unterlagen mit M. K. telefonieren. Sie erinnert sich: «Er war sehr freundlich und sagte aber wieder, dass ich gut aussehe. Er fragte sogar, ob ich sexy Fotos in Dessous hätte.»

Damit nicht genug. «Er wollte meine Wohnung sehen, warum die so teuer sei.» Anna-Maria D. sagt ihm, dass dies doch unüblich sei. Da habe er erregt gesagt: «Wir können auch etwas Feines essen gehen.» Danach würde er sie «in einem Hotel durchv.....» Anna-Maria D. ist fassungslos: «Ich sagte ihm klipp und klar, dass ich mit ihm ganz sicher nicht in ein Hotel gehen werde.»

Den dritten Termin hat sie nicht mehr bei M. K.: «Er hatte mich zu einer Arbeitskollegin abgeschoben.» Diese sagt ihr prompt, sie müsse eine günstigere Wohnung suchen. «Da ich erst jetzt eine fand, musste ich sieben Monate mit Kürzungen von monatlich 165 Franken leben.» Sie fühlt sich von M. K. hinters Licht geführt und möchte, dass er die Kürzungen zurückzahlen muss. Auch möglichen weiteren Opfern, mit denen er dasselbe miese Spiel abzog. Bei zwölf Sozialfällen, die M. K. betreute, hat die SRU bisher Unregelmässigkeiten in den Abrechnungen entdeckt. Wie viele auch Opfer wurden, ermittelt nun die Staatsanwaltschaft.

Dass M. K. gegenüber BLICK sagte, er habe «doch nichts getan», empfindet Anna-Maria D. als «Oberhammer». Sie fragt: «Wo bleibt da die Gerechtigkeit?» Für die meisten Leute sei der Gang aufs Sozialamt eine absolute Notlage. «So etwas auszunutzen, ist nicht zu entschuldigen.»

* Namen der Redaktion bekannt

Publiziert am 02.11.2016 | Aktualisiert am 11.12.2016
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