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(Illustration: Igor Kravarik)
Bisher bestand die «Opposition» der SVP hauptsächlich darin, die eigene Bundesrätin zu bekämpfen. Jetzt will die Partei auch inhaltlich zeigen, was sie damit meint.
Gelegenheit dazu bietet die Debatte um die «Legislaturplanung 2007 bis 2011» von nächstem Montag. Also die Frage, welche Ziele die Regierung in der laufenden Amtsperiode verfolgen soll.
«Ja, das wird hier im Parlament unser erster grosser Auftritt als Oppositionspartei», bestätigt Ex-SVP-Chef Ueli Maurer (57). Die SVP werde «die Vorstellungen des Bundesrates mit einem ausgearbeiteten Opposi-
tionsprogramm kontern.»
Ueli Maurer war Präsident der Spezialkommission, welche über das Regierungsprogramm beraten hat. Ein Auftrag, über den Maurer selbst lachen muss: «Es zeugt ja nicht gerade von Stärke, dass die anderen ausgerechnet mir als einem Vertreter der Opposition das Präsidium übers Regierungsprogramm gaben», spottet er. Zwar habe er die Sitzungen «schon neutral geleitet», aber alle Streichungsanträge seiner Partei unterstützt.
Das sind eine ganze Menge. Ob Sozialwerke, Sicherheits-, Verkehrs- oder Aussenpolitik, die SVP will alles anders. Gekürzt werden soll überall – ausser in der Landwirtschaft.
Gegen 80 Anträge stellten die SVP-Politiker schon in der Kommission. Die wurden dann zu 30 SVP-Anträgen gebündelt, über die das Parlament am Montag einzeln abstimmen muss (siehe Liste unten). Zum Vergleich: Alle anderen Parteien zusammen stellten bloss 19 Anträge.
«Wir wollen unseren Wählern zeigen, dass wir anders sind als die anderen», gibt Ueli Maurer offen zu.
Dass seine Leute dabei im Bundeshaus als ewige Nein-Sager und Quengeler dastehen, kümmert ihn nicht: «Die wählen uns ja nicht, also kommts nicht drauf an.»
Die SVP wirft sich dermassen ins Zeug, dass man meinen könnte, es ginge um alles. Dabei sind die Legislaturziele völlig unverbindlich.
«Es ist wie bei einem Freundschaftsspiel im Fussball», sagt Kommissionsmitglied Roger Nordmann (SP, 35). Das Resultat sei sekundär, aber man könne neue Kombinationen und taktische Varianten testen. Also ausprobieren, ob in einzelnen Fragen Koalitionen über Parteigrenzen möglich sind.
Doch daran hat die SVP überhaupt kein Interesse. «Uns gehts um einen roten Faden für unsere eigene Oppositionspolitik», erklärt Maurer das massive Engagement der SVP.
«Was die SVP treibt, grenzt an politische Selbstbefriedigung», kritisiert Nordmann. Auch das wird die SVP nicht kratzen. Gefordert sind die anderen Parteien. Sie müssen zeigen, ob sie der «Opposition» etwas entgegenzusetzen haben. «Wir stehen unter erhöhtem Druck, konstruktive Politik zu betreiben», gibt Nordmann zu.
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Maurer als Präsident der Spezialkommission – da kann er nur lachen. (Keystone)