
Bitte melden Sie sich an, um Ihren Kommentar abzugeben.
Wenn Sie ein Konto bei Facebook haben, können Sie sich damit anmelden.
In der SVP ist er der schärfste aller Scharfmacher: der Aargauer Fraktionschef und Grossrat Andres Glarner (47). Mit Slogans wie «Aarau oder Ankara», «Baden oder Bagdad» und «Maria statt Scharia» trat der gelernte Ventilationsspengler vor knapp zwei Jahren als Kandidat für den Nationalrat an – und verlor.
Jetzt kämpft er wieder an vorderster Front: für die Anti-Minarett-Initiative. Dass sich sein Parteifreund Peter Spuhler (50) erdreistete, öffentlich gegen das Volksbegehren Stellung zu beziehen, will der Gemeindeammann von Oberwil-Lieli AG nicht hinnehmen.
In einem Mail, das SonntagsBlick vorliegt, forderte er seine Parteikollegen auf, es Spuhler heimzuzahlen und eine SVP-Fatwa gegen den nicht immer ganz linientreuen Nationalrat auszusprechen. «Ich habe die Nase voll von Kuckuckseiern in unserer Partei», schreibt Glarner. Und: «Soll Spuhler doch in die BDP welchseln – dort ist er gut aufgehoben unter seinesgleichen.»
Dazu gab er im Schreiben neben der Mailadresse gleich auch die Handynummer des Unternehmers an. «Bitte sendet Spuhler ein Zeichen unserer Enttäuschung.» Laut Glarner war die Aktion ein voller Erfolg, behauptet er. Spuhler habe sich bei ihm entschuldigt. Dieser werde in Zukunft vorsichtiger sein, bevor er sich in den Medien äussere. Spuhler selber war gestern für eine Stellungnahme nicht erreichbar.
Weniger erfolgreich war Glarner mit einem Werbespot für mehrere Privatsender: Unterlegt mit muslimischen Gebetsrufen warb er darin ironisch für eine Ausbildung zum Muezzin – «schon bald auch in Ihrem Dorf.»
Das Bundesamt für Kommunikation (Bakom) lehnte eine Ausstrahlung ab. «Wir stufen diese Spots als politische Werbung im Hinblick auf die Abstimmung über die Minarett-Verbots-Initiative ein, die beim Publikum für Verwirrung und Verunsicherung sorgen sollen», so Bakom-Medienjurist Samuel Mumenthaler.
Zielobjekt: Nationalrat Peter Spuhler wechselte bei der Minarett-Initiative zu den Gegnern.