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Für die SVP war die Volksabstimmung vom 1. Juni ein Debakel: die Einbürgerungs- und die «Maulkorb»-Inititiative sowie den Krankenversicherungsartikel wurden mit 64,75 respektive 70 Prozent deutlich abgelehnt.
Den Grund für diese Ohrfeige sieht die jüngste Vox-Analyse vom Institut für Politikwissenschaft der Uni Genf darin, dass es der SVP zwar gelungen sei, ihre eigene Anhängerschaft von ihrem Standpunkt zu überzeugen – 88 respektive 72 Prozent der SVP- Sympathisanten sagten Ja zu den Initiativen, 60 Prozent befürworteten auch den Verfassungsartikel. Aber: Über die eigene Parteigrenze hinaus vermochte die SVP nicht zu überzeugen.
So verwarf die Anhängerschaft von SP, CVP und FDP alle drei Vorlagen haushoch – mit 67 bis 95 Prozent Nein-Mehrheiten. Bei den Europaabstimmungen hatte die SVP noch viel mehr Anhänger anderer Parteien von ihrem Standpunkt überzeugen können.
Unglaubwürdiger Blocher
Einen interessanten Zusammenhang zieht die Politanalyse zwischen der Überzeugungskraft des des ehemaligen SVP-Bundesrates und der Abstimmung vom 1. Juni: Je höher die Glaubwürdigkeit von Christoph Blocher eingestuft wurde, desto stärker war die Tendenz, die Vorlagen anzunehmen.
Diese Glaubwürdigkeit hat offenbar abgenommen: Stuften bei der Abstimmung über das Asylgesetz im September 2006 nur 27 Prozent der Befragten Blochers Glaubwürdigkeit als sehr gering ein, so waren es beim jüngsten Urnengang 43 Prozent.
Für die jüngste Vox-Analyse haben das Institut für Politikwissenschaft der Universität Genf und das Forschungsinstitut gfs.bern 1006 stimmberechtigte Personen befragt. (SDA/gux)
Der totale Oppositionskurs hat sich für die Christoph-Blocher-SVP nicht gelohnt.- Karl-Heinz Hug