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Erst vor einigen Tagen hatte der deutsche Finanzminister Steinbrück im Zusammenhang mit dem Schweizer Bankgeheimnis und dem Steuerstreit zwischen der Schweiz und der EU gedroht, dass man gegenüber der Schweiz «die Peitsche» auspacken müsse. Gestern bekräftigte Steinbrück seine Haltung und warf der Schweiz erneut mangelnde Kooperation bei Steuerhinterziehungen deutscher Bürger vor.
Auf solch harschen Töne aus dem Nachbarland hat die SVP scheinbar nur gewartet. Jetzt provoziert sie kalkuliert zurück. Auf ihrer Homepage schreibt die Partei: «Mit seiner Peitschen-Drohung erinnert Steinbrück an die Nationalsozialisten in den 30er Jahren.»
Das damalige Regime habe den Kapitalexport unter hohe Strafe gestellt und die Nachbarn systematisch eingeschüchtert. Dass die Schweiz tatsächlich aber als «Nazi-Bank» fungierte und deswegen auch einen Sonderstatus einnahm, davon spricht die SVP wohlweislich nicht.
Deutlich auch der «Leistungsausweis», der die SVP dem Sozialdemokraten ausstellt. Von «seiner finanzpolitischen Unfähigkeit» ist die Rede. Steinbrück drohe mit der Peitsche, weil er wegen der leeren Kassen im eigenen Land immer mehr unter Druck komme.
Und: «Offensichtlich mangelt es dem deutschen Finanzminister nicht nur an Finanzkompetenz, sondern auch an Sensibilität für die Geschichte des eigenen Landes.»
Das ist starker Tobak. Hat es die SVP wirklich nötig, im Steuerstreit mit den Deutschen die Nazi-Schiene fahren zu müssen? (gux)
play
Mit Nazis verglichen: Da wird sich Peer Steinbrück an den Kopf langen. (Reuters)