SVP kassiert Abfuhr von Mitte-Parteien

  • Publiziert: 18.11.2008, Aktualisiert: 02.01.2012
play Christoph Blocher steht derzeit im Mittelpunkt des Medieninteresses. Seine Anhänger haben die Hoffnungen nicht aufgegeben, die Mitteparteien doch noch von seinen Qualitäten überzeugen zu können. (Reuters)

BERN – Für die SVP-Hardliner ist die Blocher-Nomination nicht bloss taktisches Manöver – sie träumen wirklich vom Comeback. CVP und FDP winken aber ab.

Die SVP habe ein Anrecht darauf zu wissen, ob Blocher für die anderen Parteien wählbar sei, sagte Präsident Toni Brunner heute gegenüber Schweizer Radio DRS. Er und Fraktionschef Caspar Baader suchten daher das Gespräch vor allem mit der FDP und der CVP.

Dass alle grossen Parteien ausser der SVP eine Wahl Blochers ablehnen, hatten deren Parteispitzen bereits mehrfach deutlich gemacht. Die Reaktion von CVP-Präsident Christophe Darbellay fiel deshalb knapp aus: «Wenn uns die SVP nur diese Frage stellen will, können wir die Antwort rasch geben: Sie lautet Nein», sagte er.

Die CVP sei offen für Gespräche, aber nicht bereit, Blocher zu wählen, sagte er weiter. Es sei nun an der SVP zu entscheiden, ob sie «die Chance, zurück in die Regierung zu kommen, wahrnimmt oder nicht».

Von der FDP tönt es ähnlich. «Wir verweigern das Gespräch nie», sagte FDP-Fraktionschefin Gabi Huber. Es gebe neben Blocher auch andere Kandidaten. Die SVP sei nun gefordert, «ihre Hausaufgaben zu machen».

Widerstand auch in der SVP-Fraktion

Auch in der SVP-Fraktion stösst eine Kandidatur Blochers auf Widerstand. Und dies nicht nur bei Ulrich Giezendanner und Peter Spuhler, die in den letzten Wochen wiederholt eine «mehrheitsfähige Kandidatur» gefordert hatten.

Für SVP-Nationalrat Felix Müri (LU) braucht es zwar jemanden vom Gedankengut Blochers. Müri stellt aber auch andere Bedingungen: «Wir möchten zurück in die Regierung. Daher müssen wir auch jemanden auf der Liste haben, der wählbar ist», sagte er gegenüber Schweizer Radio DRS.

Müri favorisiert deshalb eine Zweierkandidatur. Dabei steht für ihn der frühere Parteipräsident Ueli Maurer (ZH) im Vordergrund. Maurer sei für ihn, trotz Blochers Nomination durch die Zürcher, nicht aus dem Rennen, sagte er.

Mögliche SVP-Strategie

Bei Müris Vorschlag könnte es sich um die eigentliche Strategie der SVP handeln. Darauf deuten Aussagen des Schwyzer SVP-Ständerats Alex Kuprecht (SZ) hin: «Die Strategie wird so sein, dass man versuchen wird, einen zweiten Hardliner mit Christoph Blocher zu portieren. Damit könnte sich Blocher zu einem späteren Zeitpunkt aus dem Rennen nehmen.» (SDA/hhs)

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