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Herr Schmidt, bei unserem letzten Interview waren Sie ein freier Mann und haben Ihre Unschuld beteuert. Jetzt sitzen Sie in der Strafanstalt Thorberg und stehen im Herbst vor Gericht. Was ist passiert?
Carsten Schmidt: Nun ja, es ist dumm gelaufen. Im Prinzip habe ich mit der ganzen Sache ja nichts zu tun – ich meine mit den Morden.
Immerhin waren Sie am 14. Mai, beim ersten Raubversuch dabei.
Das stimmt. Ich hab mich da zu was überreden lassen. Aber ich dachte ja auch nicht, dass es so schlimm werden sollte. Ich hab nicht geglaubt, dass die wirklich ernst machen wollen.
Wer hat Sie mit ins Boot geholt?
Patric Suter hat mich ein paar Tage vor dem 14. Mai gefragt, ob ich mitmache. Die Rede war von Raub, nicht von Mord. Er hat gesagt, es wäre da viel Geld zu holen. Über Summen haben wir nie gesprochen. Ich hab aber immer Nein gesagt, wollte da nicht mit reingezogen werden. Er hat mich wieder gefragt, irgendwann hab ich dann halt Ja gesagt.
Warum?
Ich hatte das Gefühl, ich sei Suter einen Gefallen schuldig. Weil er mich bei sich wohnen liess und mir gegenüber immer hilfsbereit war. Ich hatte ihm viel zu verdanken. Da wollte ich ihn auch nicht hängen lassen.
Was war genau geplant?
Ich weiss es nicht. Ich hab mich nicht dafür interessiert. Für mich war das ganze ja auch nie wirklich ernst gemeint.
Ihnen wird vorgeworfen, bei den Vorbereitungshandlungen geholfen zu haben.
Ich habe mit Suter zusammen die Overalls besorgt. Im Hornbach in Littau. Die Masken hatte Patric schon bei sich.
Und woher hatten Sie die Waffe?
Die hat mir Suter am Abend des 14. Mai im Auto gegeben. Woher er die hatte, weiss ich nicht.
Sie haben sich Overalls besorgt und eine Waffe bekommen. Da muss Ihnen doch bewusst geworden sein, um was es ging?
Nein, ich hab einfach nicht darüber nachgedacht.
Wie lief der Abend ab?
Wir haben uns in Hallwil getroffen. Um 20 Uhr fuhren wir los. In Grenchen parkierten wir hinter dem Haus der Dubeys auf dem Parkplatz. Guido blieb im Auto. Suter und ich hatten die Overalls an, die Waffen und Masken in der Hosentasche. Die Pistole war aber nicht geladen. Dann klingelten wir bei den Dubeys. Doch sie öffneten nicht. Da sagte ich Suter, dass ich abbrechen und wieder nach Hause will.
Wollten Sie die Dubeys töten?
Nein. Davon war nie die Rede, und das hätte ich auch nicht gemacht.
Lesen Sie das ganze Interview im BLICK von heute.
Lesen Sie morgen im 2. Teil: Carsten Schmidt über das Leben im Knast.