Hooligans Streit um biometrische Daten

  • Aktualisiert am 02.01.2012

BASEL – Nach dem Fussballkrieg in Basel am letzten Wochenende hiess es schnell: nie wieder! Heute, wenige Tage später, sind die Verantwortlichen bereits heillos zerstritten über die Methoden.

Wie sollen Hooligans von den Stadien ferngehalten werden, damit gar nicht erst passiert, was schon als «die Schande von Basel» traurige Schweizer Geschichte macht?

Ein entscheidendes Instrument wäre die so genannte biometrische Überwachung. Mit Kameras und Gesichtserkennungssystemen, die am Stadioneingang installiert werden, können Hooligans sofort identifiziert und gleich abgewiesen werden. Damit die gar nicht erst ins Stadion gelangen und dort ihre Randale zünden können.

Klare Sache, sollte man meinen. Doch die Swiss Football League will davon überhaupt nichts wissen. Auf DRS 1 sagte Verbandsvertreter Thomas Helbling heute Morgen: «Das ist doch Big Brother.» Damit wolle der Fussballverband nicht auf die Stadionbesucher losgehen, die doch in der Mehrheit friedlich seien. Das neue Hooligangesetz und Massnamen wie Stadionverbote reichten vollkommen.

Für diese Haltung haben die kantonalen Justiz- und Polizeidirektoren nicht das geringste Verständnis. Mediensprecher Roger Schneeberger: «Ich kann mir nicht erklären, wie Stadionverbote ohne diese biometrische Technik effizient durchgesetzt werden können.» Es sei doch nicht realistisch, dass Sicherheitsleute am Stadioneingang die Gesichter sämtlicher Hooligans parat hätten.

Für Schneeberger stimmt auch die Kosten-Nutzen-Rechnung. Die Anschaffung der biometrischen Überwachungssysteme würde sich allemal lohnen. Denn die Konsequenten unzureichender Massnahmen seien viel teurer: nämlich Grosseinsätze der Polizei und Einnahmeverluste für die Klubs.

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