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«Es wird gesoffen, was das Zeug hält», sagt Parade-Veteranin Colette Murer (38), die mit ihren Magic Dancers seit Jahren Aushängeschild des Mega-Events ist. «Auffällig» sei die Zunahme von Alkohol unter den Ravern – vor allem, seit es «die Love Parade nicht mehr gibt».
«Alkohol ist an der Parade Droge Nummer eins», bestätigt Michael Herzig, Bereichsleiter für Sucht und Drogen der Stadt Zürich. «Schon im letzten Jahr ist uns der erhöhte Konsum aufgefallen. Die Jugendlichen trinken, bis sie umfallen.»
Immerhin: Der Alk-Exzess geht auch auf Kosten von illegalen Substanzen. «Der Ecstasy-Konsum hat in den letzten Jahren abgenommen», so Herzig. Von einer Entwarnung kann jedoch nicht die Rede sein.
Im Gegenteil: Vor allem der Misch-Konsum liegt im Trend – und wer zu Wodka und Bier Ecstasy oder Speed nimmt, geht ein unberechenbares Risiko ein: «Mischkonsum potenziert die Wirkung von Drogen im Körper», erklärt Gerlind Martin von der Schweizerischen Fachstelle für Alkohol- und Drogenprobleme (SFA). Prompt hat die SFA die Raver aufgerufen, an der Parade keinerlei Substanzen zu mischen. Martin: «Mit Alkohol sinkt die Hemmschwelle, noch mehr Drogen zu konsumieren.»
Michael Herzig und sein Streetworker-Team setzen deshalb ihr Hauptaugenmerk auf die Alkoholprävention. «Wir werden dieses Jahr vor allem über die Risiken von Alkohol informieren – und gezielt Partybesucher darauf ansprechen.»
Seit sieben Jahren sind er und sein Team an der Street Parade unterwegs. «Die Parade ist kein Szenenanlass mehr, das Publikum ist oft schlecht informiert. Szenenkenner wissen über die Folgen von Drogen und Alkohol besser Bescheid.»
Die Veranstalter der Parade kennen das Problem. «An Grossveranstaltungen wird immer viel Alkohol getrunken – das ist ein Phänomen der Zeit», sagt Stefan Epli, Mediensprecher der Street Parade.
Das diesjährige Motto lautet deshalb «Respect». Die Leute sollen Respekt gegenüber ihrem Körper und ihrer Gesundheit haben. Epli: «Die Musik sollte Droge genug sein!»