Steuer-Attacke auf Drehtabak

  • Publiziert: 10.03.2006, Aktualisiert: 02.01.2012

BERN – 5-fache Steuererhöhung: Der Bund will bei den Rauchern von Drehtabak kräftig absahnen.

Zigaretten sind in den letzten Jahren immer teurer geworden, vor allem wegen der massiv gestiegenen Steuern. Da haben sich viele Raucher nach einer Alternative umgesehen: Tabak fürs Selberdrehen. Doch nun dürfte dieses neue Qualmglück in Rauch auflösen.

Denn: Statt 9,90 Franken wie bisher sollen neu 50 Franken Steuern pro Kilogramm Tabak gezahlt werden. Begründung: Damit wären die Abgaben in der Schweiz gleich hoch wie in der EU, sagt Fritz Weber, Leiter Tabak- und Bierbesteuerung bei der Oberzolldirektion.

Aber der eigentliche Grund liegt natürlich in der Schweiz: Im vergangenen Jahr stieg der Absatz von Zigaretten-Schnitttabak um 18 Prozent von 177 auf auf 209 Tonnen.

Dadurch werden nicht nur die Anstrengungen der Tabakprävention unterlaufen. «Auch aus finanzpolitischer Sicht gefällt uns der Trend zum Schnitttabak nicht, weil dieser sehr tief versteuert ist», sagte Weber. Heute sind die Steuern auf Drehtabak in der Schweiz rund sieben Mal tiefer als auf normalen Zigaretten.

Ein bisschen Zeit bleibt den Selbst-Drehern noch: Die Vorlage wird derzeit von der Zollverwaltung ausgearbeitet, geht dann an den Bundesrat und wird im zweiten Halbjahr dem Parlament vorgelegt.

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