Studie beweist: Seen wurden überdüngt Sterben die Felchen bald aus?

BERN - Der Bund schlägt Alarm. Aufgrund jahrelanger Überdüngung zahlreicher Schweizer Seen ging die Population der Felchen um 40 Prozent zurück. Nur in Alpenseen fühlen sie sich noch wohl.

  • Publiziert: 16.02.2012
  • Von Karin Müller
play Züriseefischer Hermann Weber mit seinem Felchen-Fang nahe Hurden SZ. (Keystone)

Beim Thema Felchen essen scheiden sich die Geister. Fans loben den individuellen Geschmack. Kritiker können bestens auf Felchen verzichten.

Nun meldet der Bund, dass sich der Bestand in Schweizer Seen drastisch reduziert hat – nämlich um 40 Prozent. Grund ist die Überdüngung zahlreicher Schweizer Seen zwischen 1950 und 1990. Dadurch sank der Sauerstoffgehalt so stark, dass sich Felchen nicht mehr fortpflanzten.

Seedüngung bringt Fischarten zum Verschwinden

Nur in tiefen und von der übermässigen Nährstoffzufuhr weniger betroffenen Alpenrandseen, wie dem Brienzersee, Thunersee oder dem Vierwaldstättersee können sie sich noch entfalten. Dies das Resultat einer Studie der Eidg. Anstalt für Wasserversorgung, Abwasserreinigung und Gewässerschutz (Eawag) und der Universität Bern.

Der Bund befürchtet, dass auch andere Fischarten bedroht sind. «Wir müssen davon ausgehen, dass die Düngung der Seen auch bei anderen Fischen, vielleicht auch bei den Fischnährtieren, ähnliche Verluste der Vielfalt bewirkt haben», sagt Evolutionsbiologe Ole Seehausen. Er ist der Leiter der Studie und arbeitet gleichzeitig für die Universität Bern und die Eawag.

Seehausen weiter: «Schon eine geringfügige Nährstoffanreicherung über den natürlichen Zustand eines Sees hinaus hat Auswirkungen auf die Artenvielfalt.»

Nährstoffarme Seen müssen geschützt werden

Gerade die nährstoffarmen Seen seien daher einzigartige Artenreservoire und als Orte, wo neue Arten entstehen können, besonders schützenswert.

 

Kommentare (4)

  • André  Schild
    Und der Brienzersee soll zu sauber sein für die Fische....
    Was stimmt den nun ?
    • 16.02.2012
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  • Christoph  STUDER
    Bevor 1713 die Kander in den Thunersee geleitet wurde, waren dieser und der Brienzersee sehr fischreich! Seither hat der Mensch sehr erfolglos gewirkt. Fischereireglemente allein halfen nichts.
    Ob bei den Untersuchungen ein Blick über die Grenze helfen täte? So gibts im Selenter See in SH grosse und kleine Maränen, so wie in der Ostsee auch. - Warum nimmt sich der homo sapiens sapiens immer derart wichtig? Warum meint er, einem Blick zurück stünde der Fortschritt entgegen, ein Blick seitwärts gehe gegen die Ehre und der Fortschritt verkörpe nur er?
    • 16.02.2012
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  • Herbert  Frick
    Andere Studien besagen, dass einige Seen für gewisse Fischarten zu wenig Nährstoffe beinhalten, also faktisch zu sauber sind. Haben wir Menschen nun alles Verbockt mit unseren Gewässern?
    • 16.02.2012
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  • ralph- peter  Schumann , thürnen
    Was ich nicht so ganz verstehe, im Genfersee heist es , sei zuviel Sauerstoff und das hindere das Plankton zum wachsen und aus diesem Grund hätten die Fische zu wenig zum fressen und sein dadurch bedroht.
    Ist nun die Ueberdünnung oder die Sauberkeit schuld ?
    • 16.02.2012
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