Streit bei Greenpeace Sterben bald die Aktivisten aus?

ZÜRICH - Greenpeace-Freiwillige haben die Nase voll: In einem Brief kritisieren sie die Geschäftsleitung. Dieser gehe es mehr ums Geld als um publikumswirksame Aktionen.

  • Publiziert: 12.01.2012, Aktualisiert: 26.01.2012
play Greenpeace-Aktivisten protestieren am 30. November 2011 in Bern für den brasilianischen Regenwald. (Greenpeace/Ivan Suta)

Wer den Namen «Greenpeace» hört, denkt sofort an skandalträchtige Protestaktionen: Aktivisten, die sich an Bahngleise ketten, an Häusern hinaufklettern oder sich als gefährdete Tiere verkleiden. Doch genau dieser Aktivismus ist jetzt in Gefahr, monieren Freiwillige von Greenpeace.

In einem internen Brief an die Geschäftsleitung, welcher der Wochenzeitung «WOZ» vorliegt, beschweren sich rund 60 freie Aktivisten und Gönner darüber, dass der aktuelle Kurs der Organisation zunehmend ökonomische Belange wie Fundraising, Werbung und Marketing in den Mittelpunkt stelle.

Aktionsgruppe wurde aufgelöst

Im Zuge einer Umstrukturierung vor drei Jahren sei die Aktionsgruppe kurzerhand aufgelöst und in den neu entstandenen Bereich «Kommunikation und Fundraising» integriert worden. Die Auflösung der Gruppe hatte laut dem internen Brief «vernichtende Auswirkungen auf die Freiwilligenarbeit».

«Die einseitige Konzeptverlagerung auf Spenden und international bestimmte Medienarbeit entspricht nicht unserem Verständnis von Greenpeace», schreiben die Aktivisten.

Laut einem Mitarbeiter existiere bei Greenpeace einerseits ein tendenziell «lebendiger, aktionistischer und bewegungsorientierter Flügel. Dazu würden die Aktivisten der ehemaligen Aktionsgruppe zählen. Auf der anderen Seite stehe ein eher «institutionell ausgerichteter Flügel».

Verena Mühlberger von der Greenpeace-Geschäftsleitung könne «gewisse Anliegen der Absender verstehen», berichtet die «WOZ». Eine Wiedergeburt der Aktionsgrupe in der alten Form hält sie jedoch «nicht für die beste Lösung». (as)

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