«Sterbe-Tourismus» macht das Rennen

  • Publiziert: 05.12.2007, Aktualisiert: 03.01.2012

ZÜRICH – Alle Jahre wieder. Nein, nicht Weihnachten ist gemeint. Das Wort und Unwort des Jahres wird gewählt. Dieses Jahr hat uns der Konflikt rund um Dignitas geprägt.

Wo wird in den Tod begleitet und wo ist es verboten? Die Sterbehilfe-Organisation Dignitas hat dieses Jahr für hitzige Diskussionen gesorgt. Und damit auch das Wort 2007 geschaffen: «Sterbe-Tourismus» heisst es nämlich.

Mit «Sterbe-Tourismus» sei ein Thema gewählt worden, dass sowohl die Schlagzeilen als auch die Stammtische gleichermassen beherrsche, meinte die siebenköpfige Jury aus der Schweiz und Liechtenstein dazu. Als Wortschöpfung möge der Ausdruck zwar pietätlos erscheinen. Allerdings scheine der breite öffentliche Diskurs über die aktive und passive Sterbehilfe in der Schweiz erst mit den gehäuften Besuchen von Menschen aus dem Ausland einzusetzen, die die Schweiz lebend bereisten und tot verliessen, meint die Jury weiter.

Seit 2003 wird die Aktion «Wort des Jahres» jedes Jahr durchgeführt. «Sterbe-Tourismus» wurde aus über 2000 Vorschlägen ausgewählt. Als Satz des Jahres wurde «Das Rütli ist nur eine Wiese mit Kuhdreck» gewählt. Geäussert hat ihn SVP-Präsidenten Ueli Maurer. Als weitere wichtige Wörter wurden «Host City», «Taschenmunition», «H-Plan», «Problembär» und «Randgruppenmanagement» genannt.

Neben dem Wort des Jahres prämierte die Jury unter anderem auch das Unwort des Jahres. Hier machte der Begriff «Klimakompensation» das Rennen. So sei das Thema Klima in aller Munde. Vom Klimawandel, der Klimafalle und der Klimahysterie sei die Rede. In den Augen der Jury vereinigt der Begriff zum einen das Thema der Stunde – das Klima – in sich. Zum anderen werde mit der Kompensation die Hilflosigkeit der Argumentation im Zusammenhang mit diesem äusserst aktuellen Thema unterstrichen. Die «Klimakompensation» suggeriere einen Lösungsansatz, der in Wahrheit eine Mogelpackung sei. (AP/spj)

«Pimpen» ist Mundartwort 2007

Mundartwort des Jahres ist «pimpen». Das Wort bedeutet das Aufmotzen, Optimieren, Verbessern und Verschönern von bis anhin Gewöhnlichem. Spätestens seit der Vorher-Nachher-Show «Pimp my Ride» vom Musiksender MTV, in der aus rollenden Rostlauben chromblitzende Autos werden, gehöre «pimpen» zum alltäglichen Sprachgebrauch der vornehmlich jüngeren Schweiz.

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