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An seiner ersten Sitzung nach den Ferien hat der Zürcher Stadrat heute zum angekündigten Massenbesäufnis (Botellon) Stellung genommen. In einer Mitteilung «missbilligt» er solche Veranstaltungen, für die er niemals eine Bewilligung erteilen werde.
Eine solche wäre nämlich notwendig, hält er fest. Denn bei einem Massenbesäufnis mit mehreren Tausend Personen auf öffentlichem Grund handle es sich um einen «gesteigerten Gemeingebrauch öffentlichen Grunds», der gemäss Polizeiverordnung bewilligungspflichtig sei.
Zürich reagiert mit Repression
Verschiedene Massnahmen sollen dazu führen, dass Trinker sich zweimal überlegen, ob sie sich am Massensaufen beteiligen. Jugendliche und junge Erwachsene, die die öffentliche Ordnung störten, sich oder andere gefährdeten, würden gemäss den im April erlassenen Massnahmen in polizeilichen Gewahrsam genommen.
Der Stadtrat will ferner eng mit anderen Städten zusammenarbeiten, um weitere Gegenstrategien zu entwickeln.
Auch Bern bleibt hart
Der Berner Stadtpräsident Alexander Tschäppät will den angekündigten Anlass auf keinen Fall tolerieren. Solche Massenbesäufnisse seien nicht nur gesundheits-, sondern auch imageschädigend, hatte Tschäppät gestern gegenüber der «Tagesschau» von Schweizer Fernsehen SF gesagt.
«Man kann solche Anlässe über das Demonstrationsreglement verbieten», sagte der Stadtpräsident. Jurist Tschäppät will zur Not sogar die Polizeiliche Generalklausel bemühen. Lösungen müssten zusammen mit anderen Städten gesucht werden.
Genf erlaubt die Sauferei
Im Gegensatz zu Lausanne hat der Genfer Stadtrat entschieden, das für Freitag im Parc des Bastions geplante Massentrinken zu gestatten. Die Organisatoren hätten sich bereit erklärt, Massnahmen gegen Ausschweifungen zu ergreifen.
Die Stadtregierung habe im Bewusstsein entschieden, dass ein Verbot nichts gebracht hätte, weil der so genannte Botellon ohne weiteres an einen anderen Ort verschoben werden könne. «Wir wollen kein Katz-und-Maus-Spiel», sagte Pierre Maurdet, Chef des Departements für Umwelt und Sicherheit. Die Polizei werde jedoch ein Auge auf den Jugendlichen behalten.
Lausanne reagiert mit Verbot
Eine repressivere Politik betreibt demgegenüber die Stadt Lausanne. Sie hatte heute ein für den Samstag angekündigtes Massenbesäufnis im Park Montbenon verboten. Massenhafte Alkoholexzesse auf öffentlichem Grund könnten nicht geduldet werden, hiess es.
Konkret werden sich Polizisten vor Ort begeben, damit der politische Wille respektiert werde. Im Ernstfall würden sie verhältnismässig und intelligent handeln, betonte Vuilleumier. (sda/odj)
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«Botellones»: Massenbesäufnisse sollen verboten werden.