Das beste Ergebnis bei der Wahl in den
Bundesrat erzielte in den letzten Jahren der jetzt abtretende Pascal Couchepin: 146 Stimmen! Am engsten wurde es bei der Wahl im letzten Jahr für Ueli Maurer. Er kriegte gerade mal 122 Stimmen. Doris Leuthard ihrerseits schaffte den Sprung in den Bundesrat bereits beim ersten Anlauf, Moritz Leuenberger brauchte fünf Wahlgänge. Und mit Eveline Widmer-Schlumpf wurde im Dezember 2007 sogar eine Politikerin Bundesrätin, die nicht einmal offizielle Kandidatin ihrer (damaligen) SVP-Partei war!Mit anderen Worten: Wer es am Wahltag in den Bundesrat schafft, wie viele Wahlgänge er braucht und ob es am Ende den grossen Überraschungscoup gibt, das ist völlig offen. Das Wahlsystem will es so. Weil es nur minime Anforderungen an Bundesratskandidaten stellt. Wählbar ist jeder Schweizer Bürger, der stimmberechtigt ist, also mindestens 18 Jahre alt und nicht entmündigt. Und vage verlangt die
Verfassung: «Dabei ist Rücksicht zu nehmen, dass die Landesgegenden und Sprachregionen angemessen vertreten sind.» Zwar benennen die Parteien ihre offiziellen Kandidaten. Doch wen das Wahlgremium, die Vereinigte
Bundesversammlung aus 200 National- und 46 Ständeräten schliesslich wählt, ist seine Sache. So schaffen es immer wieder auch wilde Kandidaten in die Landesregierung.Einfaches Wahlprozedere...Auch das Wahlprozedere ist im Prinzip einfach. In den beiden ersten Wahlgängen können alle wählbaren Personen gewählt werden. Ab dem dritten Wahlgang sind allerdings keine weiteren Kandidaturen mehr zulässig. Aus der Wahl scheidet aus: ab dem zweiten Wahlgang, wer weniger als 10 Stimmen erhält ab dem dritten Wahlgang, wer jeweils die geringste Stimmenzahl erhält.Gewählt ist dann der Kandidat, der das absolute Mehr erreicht. Will jemand gleich im ersten Wahlgang gewählt werden, muss er 123 Stimmen holen. Doris Leuthard brachte es bei ihrem Siegeslauf auf 133 Stimmen. Leere und ungültige Wahlzettel können das absolute Mehr aber senken.Bei der denkbar knappen Wahl von Ueli Maurer hatte seine
SVP ein Handicap:
Nationalrat Christoph Mörgeli lag nach seinem schweren Autounfall im Spital und konnte nicht mitstimmen.Am kommenden Mittwoch ist jetzt die jetzt die
SP in der gleichen Situation. Der Sitz ihres verstorbenen Ständerats Ernst Leuenberger ist vakant. Sie hat also eine Stimme weniger, als ihr eigentlich zusteht....aber völlig offene WahlDrei offizielle Kandidaten stehen für den freiwerdenden FDP-Sitz zur Verfügung: Christian Lüscher,
FDP, Nationalrat aus
Genf; Didier Burkhalter, FDP, Neuenburger
Ständerat, und Urs Schwaller, Kampf-Kandidat der
CVP, Ständerat aus
Freiburg. Und dann ist da noch der Dick Marty. Es gibt einige SP-Nationalräte, die den Tessiner FDP-Ständerat als wilden Kandidaten ins Spiel bringen wollen. Und wer wird gewählt? Es sind so viele Szenarien möglich, dass niemand mehr eine Prognose wagt. Klar ist nicht einmal, ob wir bereits am Mittwoch wissen, wie der neue Bundesrat – oder die neue Bundesrätin? – heisst. Eveline Widmer-Schlumpf lässt grüssen. Schliessen Sie Ihre Wette ab – und rechnen Sie mit dem Wahlrechner von Blick.ch selber mit.