BERN – Der
Nationalrat will die Frage des Sorgerechts von geschiedenen Eltern für ihre Kinder neu prüfen. Er hat heute Freitag ein Postulat von Reto Wehrli (
CVP/SZ) mit 136 gegen 44 Stimmen überwiesen. Widerstand gab es von frauenpolitisch engagierten SP-Mitgliedern. Das Postulat, das auch von Justizminister Christoph Blocher zur Annahme empfohlen worden war, verlangt eine Überprüfung der heutigen Bestimmungen im Scheidungsrecht. Demnach kann im Fall einer Trennung nur dann ein gemeinsames Sorgerecht für die Kinder von geschiedenen Eltern festgelegt werden, wenn auch beide Parteien mit einer solchen Lösung einverstanden sind. Damit bevorteile das geltende Recht also jene Frauen, deren Rollenverständnis sich in einer «Zahlvaterschaft» beschränke, heisst es zur Begründung des Vorstosses. Benachteiligt würden hingegen jene Väter, die mit ihrem Nachwuchs auch nach einer Scheidung eine intakte Beziehung zu pflegen wünschten.