
Bitte melden Sie sich an, um Ihren Kommentar abzugeben.
Wenn Sie ein Konto bei Facebook haben, können Sie sich damit anmelden.
Mit der Veröffentlichung der geheimen Dokumente zum Irak- und Afghanistan-Krieg hat sich Julian Assange viele Feinde geschaffen. «Ich kann mir gut vorstellen, dass sich Julian Assange deswegen bedroht fühlt», sagt Nationalrat Filippo Leutenegger (FDP). «Somit wäre ein Asylgesuch von ihm zumindest prüfenswert.»
Leutenegger kann sich bis zu einem gewissen Grad in Assange hineinversetzen. Als Ex-Chefredaktor von SF stand er auch schon vor der Frage, ob er heikle Informationen publizieren soll. Assanges Arbeit steht Leutenegger trotzdem kritisch gegenüber «Grundsätzlich gilt das Öffentlichkeitsprinzip, doch das heisst nicht, dass man alles veröffentlichen darf – und bei den Wikileaks-Dokumenten müsste man dies genau prüfen.»
Julian Assange sagte gestern in Genf, dass er sich überlege, politisches Asyl in der Schweiz zu beantragen – und seine Plattform von der Schweiz aus zu betreiben.
Der Alternative Nationalrat Jo Lang findet die Veröffentlichungen ehrenswert. «Wikileaks gebührt ein besonderer Verdienst bei der Verhinderung zukünftiger Kriege. Die Internetplattform zeigt allen, dass jeder Krieg zu einem menschlichen Desaster führt. Wenn Assange verfolgt wird, wäre es sicherlich legitim, ihm Asyl zu gewähren.»
Anders sieht dies Nationalrat Hans Fehr (SVP): «Assange hat kein Anrecht auf Asyl in der Schweiz. Er ist nicht etwa mit dem Tod oder Folter bedroht. Zudem ist er intelligent und hat die Dokumente in vollem Bewusstsein veröffentlicht. Dann muss er auch scharfe Kritik ertragen können.»
Assange kündigte an, dieses Jahr noch tausende weitere brisante Dokumente zu veröffentlichen, die auch Länder wie Russland und Libanon beträfen. Er schafft sich gerne Feinde.
play
Julian Assange gestern in Genf. (sda)