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Weihnachtstag in Gossau SG. Ein Zugsbegleiter will von einem jungen Schwarzfahrer die Personalien erfahren. Doch der rastet aus, geht auf den Kondukteur los – und richtet ihn so übel zu, dass er im Spital behandelt werden muss.
Die Kollegen des verprügelten SBB-Angestellten zeigen nun ihre Solidarität: In der ganzen Schweiz tragen Zugbegleiterinnen und Zugbegleiter heute Armbinden mit der Aufschrift «Stop Aggression».
Denn Angriffe auf Personal und Passagiere in den SBB-Zügen beschäftigen die Eisenbahner schon lange: Trotz verschiedener Treffen mit den Spitzen der SBB und deren Ankündigung von Massnahmen, habe sich die Situation im Verlauf des Jahres weiter zugespitzt, kritisiert der Schweizerische Eisenbahn-und Verkehrspersonal-Verband (SEV).
Der SEV fordert eine Doppelbegleitung in allen kritischen Situationen. Der von der SBB angekündigte Versuch in der Westschweiz habe wegen Personalmangel nur sehr eingeschränkt durchgeführt werden können, so dass auch keine brauchbaren Resultate vorlägen.
SBB reagiert: Securitas in Problemzügen
Tatsächlich wollen jetzt auch die SBB handeln. SBB-Sprecher Danni Härry bestätigt, dass in Problemzügen Zugbegleiter als erste Massnahme ab der zweiten Hälfte Januar/Anfang Februar neu von Securitas-Mitarbeitern begleitet werden.
In rund einem Jahr sollen die Kondukteure dann wie gefordert nur noch zu zweit unterwegs sein. Der Ausbau der Sicherheit lasse sich aber nicht einfach von heute auf morgen umsetzen. Die Massnahmen seien nicht eine Folge der jüngsten Attacke in Gossau SG, sondern seit längerem geplant, wie Härry betonte.
Die SBB habe viel Verständnis für die Anliegen des Zugspersonals und teile dessen Sorgen, sagte der SBB-Sprecher. Gewalt gegen Zugbegleiter sei auch aus Sicht der SBB überhaupt nicht tolerierbar. (SDA/bih)
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Zu zweit wären die Zugbegleiter sicherer. Doch die SBB hat noch nicht gehandelt. (Illustré)