Soldaten sollen ihr Essen selber mitbringen

  • Aktualisiert am 19.01.2012
  • Von Henry Habegger

HINWIL ZH – Wie tief kann diese Armee noch sinken? 54 Soldaten, die gestern zum WK in Hinwil ZH eingerückt sind, bekommen dort kein Mittagessen mehr.

Der Wehrmann, der gestern Abend bei BLICK anrief, weiss nicht so recht, ob er heulen oder lachen soll. Er behauptet: «Wir sind heute in den WK eingerückt. Da sagten uns die Vorgesetzten, dass wir das Mittagessen selbst organisieren müssen.» Und zwar für die ganze Dauer des Wiederholungskurses.

Der Armeefahrzeugpark AMP in Hinwil – pikanterweise die Wohngemeinde von VBS-Chef Ueli Maurer – verfügt zwar über eine grosse Küche. Aber offenbar hat die Armee nicht die Leute und die Mittel, sie zu bedienen.

54 Mann, ein Mikrowellengerät

«Es gibt ein Mikrowellengerät, das sich die 54 Leute teilen können», sagt der Wehrmann. Wer will, kann sich auch in einem der umliegenden Restaurants verpflegen. «Es heisst, wir würden dann entschädigt.»

Im AMP Hinwil leisten derzeit Panzerabwehrsoldaten, Grenadiere und Infanteristen Dienst. Sie sind aufgeboten, die AMP-Leute zu unterstützen.

«Ich finde langsam, dass die Schweiz besser ohne Armee dastünde. Was nützen Soldaten, die im Krieg verhungern?» Klar ist für den Wehrmann, wer schuld ist am Schlamassel: Maurers Vorgänger Samuel Schmid. «Der Ueli, der hat jetzt den Seich.»

Beim VBS sah man sich gestern nicht in der Lage, zu den Vorwürfen Stellung zu nehmen.

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