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Die ABB, Arbeitgeberin der Schweizer Geisel Max Göldi, und Libyen verbindet eine lange Geschichte. Der schweizerisch-schwedische Konzern geschäftete einst trotz Sanktionen mit dem nordafrikanischen Land, in der Schweiz wurden libysche Ingenieure ausgebildet.
Das missfiel insbesondere den USA, denn im schottischen Lockerbie fanden 1988 beim Attentat auf ein amerikanisches Flugzeug 250 Menschen den Tod. Wie sich herausstellte, steckten hinter der Aktion libysche Geheimdienstler.
Der Uno-Sicherheitsrat verhängte in der Folge die Sanktionen gegen Diktator Muammar al-Gaddafis Wüsten-Staat – und die Amerikaner boykottierten Libyen fast komplett.
Benedikt Widmer (66), bei der ABB einst verantwortlich für die Ausbildung libyscher Ingenieure, erinnert sich in der «Mittelland Zeitung»: «Unsere Turbinen und Gaskraftwerke waren in Libyen wegen des reichen Erdöl- und Erdgasvorkommens sehr gefragt.» Es habe sich dabei um Aufträge in der Höhe von «mehreren Milliarden Franken» gehandelt.
Etwa 140 Libyer seien zudem in Baden an einer Schule der ABB ausgebildet worden. «Sie sollten sich hier heimisch fühlen», so Ex-Ausbilder Widmer. Man habe in der Freizeit viele Ausflüge für die Gäste organisiert. «Wir fuhren auch aufs Jungfraujoch, damit sie einmal Schnee sehen.»
Die Geschäfte der Schweiz mit Tripolis beliefen sich laut dem Staatssekretariat für Wirtschaft (Seco) zwischen 1995 und 2003 – als die Sanktionen gegen Libyen vollständig aufgehoben wurden – auf jährlich zwischen 82 und 123 Millionen Franken.
Obwohl von den USA nicht gern gesehen, war das nicht illegal. Denn die UN-Sanktionen betrafen nur Waffen und Maschinen zu deren Herstellung. (noo)
Max Göldi: Sein Arbeitgeber verwöhnte in den 90er-Jahren die Gäste aus Libyen. Er selbst wird in Gaddafi-Land in Handschellen gelegt.- AP