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Betrunken Beim Botellón dreht sich alles nur um den Alkohol. (Reuters)
Am 29. August wollen sich Tausende Jugendliche auf der China-Wiese in Zürich zum Massenbesäufnis treffen. Botellón (spanisch für «grosse Flasche») heisst der Partytrend, der nun aus Spanien kommend die Schweiz erreicht hat. Die Organisatoren laden im Internet zur Teilnahme an den feuchtfröhlichen Partys. Die hochprozentigen Getränke bringt jeder selber mit.
Der erste Schweizer Botellón fand vor einem Monat in Genf statt. Über tausend Trinkfreudige hinterliessen einen riesigen Abfallberg. Obwohl die Genfer Polizei letztes Wochenende eine Party verhindern konnte, soll am nächsten Freitag dort wieder zu den Flaschen gegriffen werden.
Am Samstag folgt Lausanne, dann Zürich. Bereits gibt es Ideen für ein öffentliches Massenbesäufnis auf dem Bundesplatz. Es herrscht ein regelrechter Wettbewerb, wer das grösste Trinkgelage organisieren kann. Für Zürich haben sich auf der Internetplattform Facebook bereits über 3000 Personen angemeldet.
Davide* (26) ist einer von ihnen: «Ich will sehen, ob die Schweizer uns Spaniern die Stange halten können.» Davide nahm in seiner Heimat bereits an mehreren Botellónes teil. «Zu Hunderten treffen wir uns jeweils vor dem Discobesuch im Park. So stürze ich billig ab.» Die Besäufnisse haben solche Ausmasse angenommen, dass die Polizei rigoros durchgreift. Davide: «Sie vertreiben uns mit Wasserwerfern.»
So weit sind wir in der Schweiz noch nicht. Hier können die Organisatoren noch um den grössten Botellón wetteifern – und damit auch um den höchsten Abfallberg. Auf Facebook fordern die Organisatoren die Teilnehmer zwar auf, einen Abfallsack mitzunehmen. Aber alkoholbenebelte Jugendliche kümmern sich nicht um leere Bierflaschen, sondern eher um ihre im Koma liegenden Freunde.
Thomas Zeltner (60), Direktor des Bundesamts für Gesundheit, warnt: «Das Phänomen darf nicht verharmlost werden. Vergiftungen durch Alkohol können lebensbedrohend sein» (siehe Interview unten).
Gefahr droht auch den Organisatoren. Sie könnten für Schäden, Müllberge und Alkoholleichen zur Verantwortung gezogen werden.
* Name von der Redaktion geändert
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Botellón: Jeder bringt seinen Alkohol selber mit. (Reuters)