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Merz als Hotelier, der Ahmadinedschad den roten Teppich auslegt und ihm die schönste Suite anbietet. So spottet die isarelische Zeitung «Haaretz» über die schweizerische Demut mit einer Karikatur. «Sie können die schönste Suite im Hotel beziehen – wir hatten ein paar Absagen», wird Merz in den Mund gelegt.
Das Meeting am Sonntag zwischen Iran und der Schweiz stösst den Israeli sauer auf. «Der iranische Präsident exportiert Terror, Hass und Antisemitismus», zitiert «Spiegel Online» einen Sprecher des israelischen Aussenministeriums. «Ein Präsident, der sich respektiert, sollte dem Holocaust-Leugner aus Teheran nicht die Hand reichen.»
Die Schweiz könne allerdings nichts dafür, so verteidigen sich Schweizer Diplomaten. Schliesslich sei die Begegnung auf ausdrücklichen Wunsch der Iraner zustande gekommen. Und die Schweiz sei als Gastgeber protokollarisch verpflichtet, das Staatsoberhaupt von Iran zu empfangen.
Da nützt es anscheinend auch nichts, dass Merz die Menschenrechtslage im Iran sowie Ahmadinedschads gestrige Äusserungen zum Holocaust und zu Israel «scharf und unmissverständlich» verurteilt. Staatspräsident Shimon Peres zeigte sich «tief verletzt», dass ausgerechnet am gestrigen Holocaust-Gedenktag Ahmadinedschad gesprochen habe. Denn alles habe eine Grenze, «selbst die Neutralität der Schweiz».
Bilder hätte es nicht geben dürfen
Denn die Empörung entstand durch die Bilder, die den lächelnden Ahmadinedschad mit Hans-Rudolf Merz vor dem Treffen zeigen. Doch die Veröffentlichung dieser Bilder war eine Panne, berichtet der «Tages-Anzeiger». Denn eigentlich hätte nur eine Sorte Fotos gezeigt werden sollen: Merz mit Ahmadinedschad am Tisch, Abstand dazwischen, politisch korrekt in die Kamera grinsen, die Fähnchen der Länder auf dem Tisch. Ein offizielles Foto – ohne Händedruck.
Dann aber entstanden diese Bilder: Hans-Rudolf Merz ganz nah bei Irans Holocaust-Leugner Ahmadinedschad. Dieser grinst, scheint guter Laune zu sein. Die Bilder gaukeln enge Freundschaft zwischen Merz und dem iranischen Präsidenten vor.
Der Schweizer Protokollchef hatte die Fotografen aber gebeten, keine Fotos vom Händedruck zwischen den beiden zu machen. Offenbar wollte man den Anschein von Vertrautheit vermeiden. Als Ahmadinedschad jedoch mit Verspätung den Raum betrat, drängten iranische Medienleute hinterher. Die beiden zugelassenen westlichen Medienvertreter taten es ihnen gleich, und im Gedränge entstanden die Bilder. Jetzt veröffentlichte die staatlich iranische Nachrichtenagentur die Bilder. Und israelische Tageszeitungen drucken sie im Grossformat ab.
So wird Ahmadinedschad in der israelischen Zeitung «Haaretz» heute gezeigt: Mit Schweizer Armbinde.- Screenshot Haaretz