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So weit wie in dieser Karrikatur darf es nicht kommen. (Illustration: Igor Kravarik)
Es war ein Frust! Versprechen wurden gebrochen – und wir wurden schlecht entlöhnt.»
Der ehemalige Mitarbeiter Z. K. (45) findet deutliche Worte für die Billag. Jene Inkassofirma, deren Berechtigung dank der massierten Ausstrahlung ihrer teuren und fragwürdigen TV-Spots sowie der Facebook-Initiative «Bye bye Billag» auch im Nationalrat ein Thema geworden ist (BLICK berichtete).
Etwas mehr als ein Jahr war der Kaufmann für die Billag tätig. Als Freelancer kontrollierte er Haushalte, vor allem in der Ostschweiz: 2 bis 3 Stunden täglich an den Wochentagen, vorzugsweise am Abend. Dazu samstags jeweils von 9 bis 12 und 14 bis 16 Uhr. «So lauteten die Vorgaben», sagt er.
Pikant: Alle 5 Jahre kontrolliert die Billag jede Ortschaft des Landes 100-prozentig durch – denn Gebühren und Bussen kann die Gesellschaft rückwirkend nur auf 5 Jahre zurück einziehen.
Kassiert hat Z. K. für seinen Job laut eigenen Aussagen zwischen 600 und 700 Franken pro Monat: «Es wurde uns mehr verspochen. Und Spesen durften wir auch nicht machen – obwohl uns das zugesichert worden war.»
Ein Vorwurf, den die Billag abstreitet: «Die Entschädigung erfolgt auf Provisionsbasis plus Spesen», so Sprecher Johnny Kopp. Berechtigt geltend gemachte Spesen würden auch entschädigt.
Die Billag kassiert auch für PCs, Handys und GPS
Allerdings war Z. K. auch nicht direkt bei der Billag angestellt. Denn auf jeden ihrer 80 «Field Manager» beschäftigt die Swisscom-Unterfirma zusätzlich je ein Dutzend Freelancer, die sie über Temporärfirmen akquiriert – die eigentlichen Billag-Detektive.
Die Billag bestätigt: «Diese Freelancer arbeiten in unserem Auftrag und haben einen Ausweis. Die Rekrutierung erfolgt über Personalvermittlungsfirmen.» Reich werden sie nicht. Denn die Billag schröpft nicht nur uns – sondern auch die eigenen Leute: Pro nicht gemeldeter Adressänderung gibts mickrige 5 Franken, für einen nicht angemeldeten Radio oder TV 20 Franken. Z. K.: «Man fragt sich schon, wohin die 55 Millionen fliessen.»
Sicher ist: ins Firmengebäude (s. Bild) nicht. Und da im Contact Center vor allem Studenten arbeiten, belasten auch sie Budget kaum.
Doch obwohl die Billag ihre Rechnung nicht offenlegt, will sie mehr Geld: Wegen der technischen Entwicklung sieht die Firma ihre Felle davonschwimmen. Seit September kassiert sie deshalb auch von jenen Bürgern, die weder Radio noch TV haben – dafür einen empfangstauglichen PC, ein Handy oder GPS.
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Billag-Zentrale: Das Firmengebäude steht in Freiburg. (Peter Gerber)