Hannibal Gaddafi So schmollte er bei der Genfer Polizei

  • Publiziert: 04.09.2009, Aktualisiert: 03.01.2012
play Der Tiefpunkt im Leben eines Diktatorensohns: Verbrecher-Fotos von Hannibal Gaddafi. (Ausriss Tribune de Genève)

GENF – Tausende Ganoven haben die Genfer Polizeifotografen schon geknipst. Diese zwei von der «Tribune des Geneve» erst heute veröffentlichten Fotos sind sicher ihre berühmtesten.

Ist es Zorn? Oder Hochmut? Oder weiss Hannibal Gaddafi schon ganz genau, dass sein Vater, der Herrscher über Libyen, sich grausam rächen wird?

Grosses Schuldbewusstsein zumindest lässt sich am Tag nach seiner Verhaftung nicht aus der Visage des Diktatorensöhnchens lesen. Zwar haben zwei seiner Angestellten seine Frau und ihn angezeigt und mit ihren Aussagen aufs Übelste belastet. Grausame Misshandlungen mussten sie ertragen, geben sie zu Protokoll (Blick.ch).

Hannibal wirkt am 15. Juli 2008 nach einer Nacht hinter Genfer Gittern ordentlich zerzaust, müde. Kein Wunder: Bei der Verhaftung hatte er sich der Genfer Staatsgewalt mit aller Kraft widersetzt. Seine hochschwangere Frau liegt zu diesem Zeitpunkt in einem Genfer Krankenhaus.

Zeitung besass Fotos schon seit Monaten

Die Zeitung «Tribune de Geneve» war schon seit mehreren Monaten im Besitz dieser Fotos. Bisher hatte die Redaktion allerdings auf die Veröffentlichung verzichtet, um nicht noch mehr Öl ins Feuer zu giessen. Heute würden die Bedenken jedoch nicht mehr bestehen.

Der Chefredaktor von «Tribune de Genève», Pierre Ruetschi, rechtfertigte die Veröffentlichung der Bilder. Die Frage, wie gross die Erniedrigung bei der Verhaftung gewesen sei, spiele inzwischen eine grosse Rolle in der Affäre, sagte er.

Niemand will die Fotos geschossen haben

Der Genfer Staatsanwalt Daniel Zapelli wird eine Untersuchung gegen Unbekannt wegen Verletzung des Amtsgeheimnisses eröffnen, um den Urheber des Lecks zu ermitteln.

Mysteriös: Weder die Justizbehörden noch die Polizei kennt die Herkunft der Bilder. Bei der Polizei heisst es, ihre Bilder seien immer farbig und nicht schwarzweiss, wie die in der Zeitung abgedruckt. Die Justizbehörden erklärten zudem, Portraits von vorne und von der Seite seien niemals Teil von Justizunterlagen. (SDA/bih)

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