So lügen «Opfer» drauflos

  • Publiziert: 13.02.2009, Aktualisiert: 13.01.2012

ZÜRICH – Die Brasilianerin, die in Zürich angeblich von Neonazis misshandelt worden ist, hat sich laut Experten wahrscheinlich selbst verletzt. Trifft dies zu, steht die Frau mit ihrer Lüge nicht alleine da.

  • Als frei erfunden stellte sich etwa auch die Geschichte einer 23-jährigen Frau in Paris im Sommer 2004 heraus. Die Frau hatte der Polizei einen antisemitischen Überfall auf sie angezeigt. Ihr T-Shirt war zerrissen und auf ihren Bauch war ein Hakenkreuz gemalt. Eine Gruppe Jugendlicher habe sie im Zug angegriffen, behauptete sie. Sie hätten sie als Jüdin beschimpft und den Kinderwagen mit ihrem 13 Monate alten Baby umgeworfen. Rund 20 Leute seien in der Nähe gesessen, die alle nicht eingegriffen hätten. Politiker, Bürgerrechtsgruppen und jüdische Vereinigungen verurteilten die Attacke aufs Schärfste.
  • Auch in Deutschland gaben angebliche extremistische Überfälle immer wieder zu Empörung Anlass: Eine 40-jährige Frau in Hagen gab 2003 an, sie sei von vier Skinheads vergewaltigt worden.
  • Im Jahr 2000 stellte in Sebnitz die Familie eines sechsjährigen Buben, der beim Baden tödlich verunglückt war, den Unfall als Tat von Rechtsradikalen dar.
  • 1994 ritzte sich in Halle eine 17-jährige Rollstuhlfahrerin ein Hakenkreuz in die Wange – angeblich ein Neonazi-Angriff.Frei erfundene Entführungen in der SchweizOhne extremistischen Hintergrund, aber ebenso frei erfunden wie die Vorfälle in Deutschland und Frankreich waren verschiedene Ereignisse in der Schweiz:
  • Im März 2008 löste ein Achtjähriger in St. Imier BE Aufregung aus mit seiner Schilderung von vier Maskierten, die versucht hätten, ihn zu entführen.
  • Im August 2005 klagte eine 17-jährige Tamilin in Ziegelbrücke GL, sie sei beim Bahnhof auf dem Weg zur Arbeit von unbekannten Landsleuten in ein Auto gezerrt, verschleppt und geschlagen worden. Erst im Februar darauf kam ans Licht, dass die Geschichte erfunden war.
  • Im September 2004 meldete die Polizei in Olten SO die Entführung einer 26-jährigen Frau. Es stellte sich auch hier heraus, dass an der Geschichte nichts wahr war.
  • Weitherum Aufsehen erregte eine brutale Entführungsgeschichte im Herbst 2001 im Kanton Appenzell AR. Eine 28-jährige Serviceangestellte war eines Tages vom Joggen nicht zurückgekehrt. Eine grosse Suchaktion verlief ergebnislos. Vier Tage später tauchte die Frau wieder auf. Sie sei von zwei unbekannten Männern entführt, in einem Keller festgehalten und sexuell genötigt worden, schilderte sie ihr Erlebnis in den Medien. In Wirklichkeit hatte sie sich von Problemen erdrückt gefühlt und war ein paar Tage bei einem Bekannten untergetaucht.
  • In Oensingen SO gab Ende 2000 ein 13-jähriges Mädchen an, sie sei von drei Männern entführt und vergewaltigt worden. Wie sich später herausstellte, war auch das eine Lüge. (SDA)

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