Tacho geht tadellos So entlarvt ein Garagist die Lüge des Rekord-Rasers

  • Publiziert: 13.08.2010, Aktualisiert: 03.01.2012
  • Von Corinne Landolt

FLAMATT - FR - Der Tacho sei kaputt gewesen, behauptet der Schwede nach seiner 290km/h-Fahrt. Anders sieht das der Garagist, der das Auto am Tag vor der Raserfahrt untersucht hat.

gehört offenbar zu einer Gruppe von Zigeunern, die ihr Camp oberhalb von Nyon aufgeschlagen haben. Die Gruppe reiste am Donnerstagabend ab, der Schwede wollte vor der Abfahrt noch seinen teuren Mercedes kontrollieren lassen.

Kurz vor Geschäftsschluss fuhr er bei der Garage Chevalley in Nyon vor. Er habe angegeben, dass mit seinem Auto etwas nicht stimme, sagte Garagist Serge Chevalley gegenüber der welschen Zeitung «La Côte».

Laut Garagist funktionierte Tacho

Das Auto sei untersucht worden, aber man habe keine gravierenden Mängel festgestellt, so Chevalley. Ausser, dass einer der acht Zylinder schlecht eingestellt sei. Er habe das Fahrzeug auf der Strasse getestet, und da habe der Tacho einwandfrei funktioniert. Er habe nichts Ungewöhnliches festgestellt, betont der Garagist.

Der Schwede holte das Auto am nächsten Morgen wieder ab und sagte, dass er den Zylinder in Deutschland einstellen lassen werde – dort, wo das Auto gekauft worden sei.

Doch bis nach Deutschland schaffte es der 571-PS-starke Bolide nicht mehr: Auf der A12 bei Fribourg tappt der Schwede in die Radarfalle: Mit 290 Stundenkilometern – die schnellste je gemessene Geschwindigkeit der Schweiz. Die Polizei hat den Raser festgenommen, ihm den Führerausweis und den Luxusboliden weggenommen.

«Eine interessante Kaution»

24 Stunden später ist der schwedische Zigeuner bereits wieder auf freiem Fuss. «Es wurde eine interessante Kaution hinterlegt», sagt Benoît Dumas, Sprecher der Kantonspolizei Freiburg. Wieviel der Schwede bezahlte, wollte er nicht sagen. Auch nicht, ob die Polizei den Tacho inzwischen untersucht hat. «Wir geben keine weiteren Auskünfte, solange das Verfahren läuft», sagt er gegenüber Blick.ch.

Dem Schweden droht wegen seiner Raserfahrt eine Busse von bis zu einer Million Franken. Er hat angegeben, der Tacho des Mercedes sei kaputt gewesen.

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