Ins Männerhaus geprügelt «So brutal schlug meine Frau zu»

  • Aktualisiert am 03.01.2012
  • Von Gabriela Battaglia
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Er ist Strassenbauer. Kräftig. Und trotzdem wurde Matthias L. zum Opfer. Seiner eigenen Frau.

Die Geschichte beginnt wie ein schönes, modernes Märchen: Matthias L. lernt seine spätere Frau (22) in Basel kennen. Der Strassenbauer zieht mit ihr in den Kanton Aargau. Am 19. Oktober 2007 heiraten die beiden in Baden. Die Braut ist hochschwanger. Sohn Nico kommt am 11. November 2007 auf die Welt.

Das Glück der jungen Familie scheint perfekt. Die frischgebackenen Eltern geben sich am Wöchnerinnenbett ein Versprechen. Matthias L.: «Unser Sohn soll niemals wie seine Mutter von einer Pflegefamilie zur andern verschoben werden.»

Doch das Familienglück währt nur kurze Zeit. Es gibt Streit, immer wieder. Die junge Mutter verschwindet drei Mal mit dem kleinen Nico. Matthias L.: «Als ich heimkam, sah es aus wie nach einem Einbruch. Wenn sie zurückkehrte, sagte sie immer, dass es ihr leid tue, sie sei nicht ehrlich mit mir gewesen.»

Für Matthias L. ist klar, dass seine Frau psychisch instabil und überfordert ist. Er macht sich grosse Sorgen um sie. Auch um Sohn Nico: «Als er sie einmal in den Oberarm biss, schlug sie ihn so fest ins Gesicht, dass man die Fingerabdrücke den ganzen Tag sah», erzählt Matthias L.

Die Dargebotene Hand schickte ihn ins Männerhaus

Am 16. Dezember kommt es zum Eklat. «Wir hatten zuerst eine verbale Auseinandersetzung», sagt Matthias L. «Meine Frau beschuldigte mich, ein Foto vom Büchergestell entfernt zu haben. Sie ging mit den Fäusten auf mich los», schildert er. «Meine Frau schlug so brutal zu, dass ich versuchte, mit den Armen mein Gesicht zu schützen.Weil die Lage eskalierte, rief ich die Polizei

Die Frau muss für sechs Stunden die Wohnung verlassen. Am nächsten Tag schliesst sie Mann und Sohn in der Wohnung ein. «Ich rief wieder die Polizei an, weil ich Angst um Nico hatte», sagt Matthias L. Er ruft die Dargebotene Hand an. Diese verweist ihn an das Männerhaus im Raum Aarau – seit 15. Dezember ist es eröffnet.

«Ich werde mit allen Mitteln für das Sorgerecht kämpfen»

Matthias L. flüchtet mit Nico ins Männerhaus. Er ist der erste Bewohner der Anlaufstelle. «Ich schäme mich nicht. Ich sah keine andere Möglichkeit, um mich und meinen Sohn vor der Gewalt meiner Frau zu schützen.» Die Frau droht, ihre Schwiegermutter umzubringen. Bis vorgestern ist sie in einer psychiatrischen Klinik untergebracht. Jetzt hat ihr ein Richter vorläufig die Obhut von Sohn Nico zugesprochen. Matthias L. ist fassungslos: «Ich werde mit allen Mitteln für das Sorgerecht kämpfen.»

Seit gestern ist Matthias L. obdachlos. Er musste das Männerhaus verlassen, weil Nico nicht mehr bei ihm ist. «Ich habe Angst um meinen Sohn», sagt Matthias L. mit Tränen in den Augen.

*Name der Redaktion bekannt.

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