Wegen Fall Luca Sittener Friedensrichter brutal attackiert

SITTEN - Der Friedensrichter von Sitten und ehemalige Untersuchungsrichter ist gestern Abend in Sitten brutal attackiert und verletzt worden. Der Schläger gab Äusserungen im Zusammenhang mit dem Fall Luca von sich.

  • Aktualisiert am 30.01.2012
Hier griff der Täter den Friedensrichter an.

Der Friedensrichter war gegen 20.25 Uhr auf dem Weg zu seinem Auto, nachdem er in einem Wahllokal die Stimmabgabe überwacht hatte. Als er in den Wagen steigen wollte, wurde er laut Polizeiangaben vom Unbekannten attackiert. Der Aggressor schlug den Richter mehrmals mit Kopfstössen und Fausthieben ins Gesicht.

Wie die Kantonspolizei heute mitteilte, setzte sich der Angegriffene zur Wehr. Die beiden Männer kämpften mehr als zehn Minuten miteinander, bis der Angreifer floh. Ein Unbeteiligter alarmierte die Polizei. Der Friedensrichter erlitt Kopfverletzungen und Prellungen. Er wurde im Spital verarztet.

Gemäss seinen Angaben schrie der Angreifer «Luca, Luca». Mit den Worten «ich werde dir dasselbe antun wie Luca geschah, Sauhund», versuchte der Aggressor dem Friedensrichter wiederholt die Finger ins Auge zu rammen. Der Täter sprach Französisch.

Nicht Untersuchungsrichter im Fall Luca

Der Friedensrichter fungierte 1992 als Untersuchungsrichter, also vor dem Fall Luca, wie die Walliser Kantonspolizei schreibt. Sie veranlasste unverzüglich eine Fahndung und sucht Zeugen. Die Untersuchung leitet die Staatsanwaltschaft Mittelwallis. Die Behörden suchen Zeugen.

Die Staatsanwaltschaft des Kantons Wallis gab am Donnerstag bekannt, den Fall Luca wieder aufzurollen. Sie schlug auf Geheiss des Bundesgerichts vier neue Experten vor, welche später angefertigte Kinderzeichnungen des kleineren Bruders von Luca analysieren sollen. Das Bild zeigt, wie Luca von älteren Kindern geschlagen wird. Die Eltern hatten einen ersten Experten abgelehnt.

Die Walliser Justiz schloss die Akte 2004, weil sie zum Schluss kam, Luca sei vom Familienhund angefallen worden. Fünf Jahre später verlangte die Familie, dass der Fall wiederaufgenommen wird.

Das Drama ereignete sich am 7. Februar 2002 in Veysonnaz VS. Der damals siebenjährige Luca und sein vierjähriger Bruder waren mit dem Schäferhund spazieren gegangen. Als sie nach einer gewissen Zeit nicht zurückkehrten, machte sich die Mutter auf die Suche nach ihnen.

Sie fand ihren älteren Sohn halb entkleidet, verletzt und unterkühlt im Schnee liegen. Luca, heute ein Teenager, ist seither blind und gelähmt und sitzt im Rollstuhl. (SDA)

Kommentare (4)

  • Hanspeter  Niederer
    Wie genau soll ein Hund bewirken, dass ein Kind blind und gelähmt wird, ohne ihn zu zerfleischen? Unhaltbare politische und juristische Zustände im Wallis !
    • 29.01.2012
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  • Eulalia  Viebke
    Ich ganz persönlich, habe nichts dagegen, dass Richter auf diese Art zur Verantwortung gezogen werden, wenn es offensichtlich ist, dass er nach der Sauhäfeli/Saudeckeli-Methode absichtlich jemanden deckt, begünstigt oder sonstwie eine rechtsstaatlich unwürdige Handlung begeht. Richter sind keine Götter. Es ist nur ein Job. Allerdings sollte man den Richtigen packen :- !
    • 29.01.2012
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  • René  Reinhard
    Ja, da ist wohl jemand selbst Tätig geworden, nachdem die «Justiz», sei es aus «Desintresse», sei es weil sie «Wichtigeres» zu tun hatte, in Untätigkeit verfallen war.
    • 29.01.2012
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    • erwin  sigel , bern
      Selbstjustiz vs kuscheljustiz?

      Quo.vadis helvetia?

      Als in asien lebender schweizer bin ich mehr und mehr.sprachlos was "zuhause" tag fuer tag abgeht!
      • 30.01.2012
      • als Kommentar auf René  Reinhard
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